Friedensprozess in Mazedonien nach Rebellenangriff erneut gefährdet

9. August 2001, 11:50
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Sicherheitsrat für "offensiveres Vorgehen" - Glaubwürdigkeit der NATO bezweifelt

Ohrid/Skopje/Washington - Der Angriff albanischer Rebellen in Mazedonien, bei dem gestern zehn Soldaten starben, hat den Friedensprozess erneut in Frage gestellt. Der mazedonische Sicherheitsrat bezeichnete die Lage am Abend als "kritisch". Er sprach sich für ein "härteres und offensiveres Vorgehen" gegen die Albaner-Rebellen aus. Zugleich wurde die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. Der bislang schwerste Verstoß gegen die seit Anfang Juli geltende Waffenruhe untergrabe auch die Glaubwürdigkeit der NATO, die die Waffenpause vermittelt habe, hieß es in der Stellungnahme des Sicherheitsrats. In dem Gremium sitzen die führenden Politiker des Landes unter Vorsitz von Präsident Boris Trajkovski.

Aus dem Umfeld des Sicherheitsrates verlautete auch, die Mitglieder hätten den Rücktritt von Generalstabschef Pande Petrovski gefordert. Er müsse für den Überfall "die Verantwortung übernehmen". Allerdings seien keine Maßnahmen gegen den General beschlossen worden. (APA/dpa)

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