UNO zeigt Israel Videos zu Entführung israelischer Soldaten

8. August 2001, 22:52
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Experten: Material läßt "einige Schlüsse" zu

New York - Zwei Videos und sieben Beweisstücke lassen nach Ansicht israelischer Experten "einige Schlüsse" über den Zustand der im Oktober 2000 im Libanon von der proiranischen Hisbollah-Miliz entführten drei israelischen Soldaten zu. Demnach erlitten die Soldaten in den beiden von der UNO-Truppe in Libanon (UNIFIL) sicher gestellten Fahrzeugen "keinen massiven Blutverlust". Das teilte der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, David Lancry, in am Mittwoch in New York mit.

Die UNO hatten dem Expertenteam nach längeren Verhandlungen über die Modalitäten erstmals zwei Videos gezeigt, die UNIFIL-Soldaten nach der Entführung der drei Israelis gedreht hatte. Außerdem legten sie ihnen beschlagnahmte Gegenstände aus den Fahrzeugen vor, die zum Teil mit dem Blut der entführten Soldaten befleckt waren. Lancry sagte anschließend, dass Berichte über größere Mengen Blut auf einer "oberflächlichen Beurteilung" beruhten.

Der Begutachtung durch die Militärs und forensischen Experten sowie Botschafter Lancry waren Tage lange Verhandlungen über die Modalitäten vorangegangen. Die Israelis hätten sich am späten Dienstagabend (Ortszeit) schließlich mit ihrer Forderung durchgesetzt, auch Geheimdienst-Mitarbeiter und Militärs an die Materialien zu lassen, hieß es aus diplomatischen Kreisen in New York. Die UNO wollten lediglich humanitäre Hilfe bei der Suche nach den entführten Soldaten leisten, aber darüber hinaus keine geheimdienstlich nutzbaren Hinweise weitergeben.

Indische Blauhelm-Soldaten der UNO-Truppe in Libanon hatten nach eigenen Aussagen 18 Stunden nach der Verschleppung der Soldaten am 7. Oktober Videoaufnahmen vom Fahrzeug gemacht, das bei der Entführung von der Hisbollah-Miliz benutzt worden war. Alle Vermittlungsversuche zur Freilassung der Soldaten, unter anderem der Bundesregierung, schlugen bisher fehl. (APA/dpa)

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