Kein Gott ist aufrecht wohlgesinnt

8. August 2001, 20:45
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... beim "Rasenden Herakles" von Petronell

Petronell/Carnuntum - Die Fatalitäten der griechischen Tragödien kann man nicht um den Willen der Vorsehung bringen. Schuld, Sühne und das schiere Fatum bestimmen die blutrünstigsten und aufs dichteste miteinander vernetzten Lebenswege der Könige, Götter und Titanen. Im Falle von Herakles, dem willigen Familienvater, führen die gröberen Hürden des Alltagslebens auf Umwegen in die Katastrophe.

Er geht anstatt um ein Glas Most in den Keller hinab in den Hades, um den dreiköpfigen Höllenhund Cerberus zu holen. Derweilen schützt König Kreon seine Angehörigen. Boing! Die Rache- und Machtgelüste anderer bringen seine Familie in Gefahr. Der in Rettungsabsicht herbeistürzende Vater wird jedoch von der ihm ewig feindselig gesinnten Hera in den Wahn gestürzt und tötet alsdann seine eigene Familie.

Der Grieche Theo Terzopoulos, "Carnuntiner" der ersten Stunde, wird mit dem Attis Theater Athen Euripides' Psychothriller in Szene setzen: Der rasende Herakles.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9. 8. 2001)

Von
Margarethe Affenzeller

Amphitheater, 2404 Petronell,
(02163) 34 00.
Busse von und zur Staatsoper.
11. 8., 21.00
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