Solidaritätsaktion für die Genua- Inhaftierten

8. August 2001, 19:20
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Marlene Streeruwitz unter den Teilnehmenden

Wien - Zu einer aufsehenerregenden Solidaritätsaktion mit den in Genua inhaftierten GlobalisierungsgegnerInnen kam es Mittwoch nachmittag auf dem Wiener Heldenplatz: 25 Kulturschaffende platzierten sich in streng abgezirkelter quadratischer Formation zunächst schwarz gekleidet auf dem Rasen, bevor sie sich nackt auszogen.

Auf ihren Rücken waren große schwarze Ziffern und Zeichen aufgemalt, die jene Zahlen ergaben, um die es den KünstlerInnen geht: 49 für die Anzahl der Inhaftierten und 13 für die angeblich derzeit noch vermissten KundgebungsteilnehmerInnen von Genua.

Künstlerisch wertvoll

Die Aktion verlief in größter Ruhe und unter glühender Hitze. Als schließlich die Polizei auf den Plan trat, gab es zunächst keinen Grund einzuschreiten. Die Kunstaktion erwies sich als angemeldet, lediglich die Tatsache, dass die Beteiligten alle Hüllen ablegten, wurde moniert. "Wenn die Leute glauben, dass das künstlerisch wertvoll ist?" äußerte ein Polizist.

Unter den nicht direkt an der Aktion beteiligten, sie aber solidarisch verfolgenden Anwesenden war auch die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz. Sie verwies auf eine für kommenden Freitag im Wiener Schauspielhaus geplante Diskussion, bei der sie das Verhalten bzw. die Nicht-Reaktion der "großen Theater" thematisieren wolle. (APA)

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