Sonde "Genesis" in Richtung Sonne gestartet

9. August 2001, 12:32
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Die NASA-Sonde soll in den Sonnenwinden winzige elektrisch geladene Partikel einfangen und zur Erde zurückbringen

Cape Canaveral - Mit eineinhalb Wochen Verspätung ist die Raumsonde "Genesis" zur Sonne aufgebrochen. Der Start der Sonde am Mittwochmittag (Ortszeit) von der Raketenstation in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida verlief reibungslos, wie das Raumfahrtzentrum Kennedy Space Center mitteilte.

In rund zwei Monaten soll die "Genesis" in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde mit der Entnahme von Proben des Sonnenwindes beginnen. Voraussichtlich wird sie nach etwa drei Jahren zur Erde zurückkehren. Die Wissenschafter der US-Raumfahrtbehörde NASA erhoffen sich von der Mission, die 209 Millionen Dollar (239 Mill. Euro/3,28 Mrd. S) kostet, neue Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems.

Der Start der fast 500 Kilogramm schweren Raumsonde war wegen technischer Probleme und ungünstiger Wetterbedingungen mehrfach verschoben worden. Nach drei Jahren soll sie mit etwa zehn bis 20 Mikrogramm winziger, elektrisch geladener Teilchen des "Sonnenwindes" zurückkehren. "Die Proben werden uns zeigen, wie der Sonnennebel zusammengesetzt ist, aus dem Planeten, Asteroide, Kometen und die heutige Sonne entstanden sind", sagte der Leiter des "Genesis"-Projektes, Chester Sasaki.

Die NASA-Wissenschafter glauben, dass die Oberfläche der Sonne die gleiche Zusammensetzung hat wie der Sonnennebel. Proben des Windes über der Sonne könnten deshalb Aufschluss darüber geben, warum die Planeten des Sonnensystems extrem unterschiedlich beschaffen sind. (APA)

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