Chefermittler: Schah-Tochter wollte sich nicht umbringen

8. August 2001, 18:20
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Polizei leitet Ermittlungen gegen Hausarzt ein

London - Die jüngste Tochter des letzten persischen Schahs hat nach Ansicht der Polizei keinen Selbstmord begangen. Leila Pachlewi habe vielmehr unabsichtlich eine Überdosis verschreibungspflichtiger Medikamente eingenommen, sagte der Chefermittler Paul Knapman am Mittwoch in London. Die Polizei leitete Ermittlungen gegen den Hausarzt ein.

Nach Knapmans Angaben verschrieb der Arzt der jungen Frau noch vor deren erstem Besuch in seiner Praxis 270 Tabletten des Schlafmittels Rohypnol und 130 Beruhigungstabletten. In einer Anhörung vor zwei Wochen hatte der Mediziner behauptet, die Schah-Tochter habe die Rezepte gestohlen, um an die Medikamente zu gelangen. Daraufhin musste er eine Liste mit den Produkten vorlegen, die er selbst verschrieben hatte.

Die 31-jährige Pachlewi war am 10. Juni tot in einer Londoner Hotel-Suite aufgefunden worden. Eine Autopsie ergab, dass sie vor ihrem Tod eine Überdosis des Epilepsiemittels Seconal sowie Kokain und Schlafmittel eingenommen hatte. Pachlewi soll medikamentensüchtig gewesen sein. Ein Hotelangestellter berichtete, er habe sie wenige Tage vor ihrem Tod betrunken und völlig apathisch angetroffen. Nach dem Sturz des Schahs 1979 musste Pachlewi im Alter von neun Jahren aus Teheran fliehen. Nach Angaben ihrer Mutter litt sie in ihrem Exil in den USA seit einigen Jahren unter Depressionen. (APA/AP)

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