Das Schweigen der Männer: Worte fehlen, wenn es um Gefühle geht

8. August 2001, 16:09
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Mit Gesprächsterminen soll alles besser werden

Hamburg - Wenn es darum geht, die Traumfrau zu becircen, können Männer - man glaubt es kaum - zu wahren Plaudertaschen werden. In dieser Situation wird sogar über Gefühle gesprochen und aufmerksam zugehört. Wird aber aus dem Flirt eine feste Beziehung, ist es wieder vorbei mit dem Redeschwall. Daniela Hensel, Redakteurin der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift "Journal für die Frau", hält das Schweigen der Männer für einen reinen Schutzmechanismus.

"Denn wer schweigt, der kann schließlich nichts Falsches sagen, ist nicht angreifbar und muss sich auf keine Diskussionen einlassen", erklärte Hensel. Und vor allem müsse man nicht zu dem stehen, was einmal gesagt wurde. "Den Männern fehlen oft gerade da die Worte, wenn es um Gefühle geht", sagte die Redakteurin. "Im Gegensatz dazu können Frauen unglaublich genau, in wahnsinnig vielen Nuancen ausdrücken, was sie in dem Moment meinen und was sie empfinden."

Um die Mauer des Schweigens zu durchbrechen, bedarf es nach Meinung von Hensel einer behutsam taktischen Vorgehensweise: "Es ist wichtig, den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch zu finden. Am idealsten ist es, einen Termin mit den Herren der Schöpfung auszumachen. Das sind Männer auch aus dem Büro gewohnt, und dann können sie sich vorbereiten und fühlen sich nicht so in die Enge gedrängt."

Auf bestimmte Signale, die von den Frauen ausgehen, können Männer ausgesprochen empfindlich reagieren: "Sie schalten auf stur, wenn sie Vorwürfe hören oder wenn sie merken, dass eine Frau nur mit halbem Ohr tatsächlich dabei ist", erläuterte Hensel. (APA)

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