Ausgleich auf Schiene

8. August 2001, 17:06
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Filialschließungen und Mitarbeiterabbau werden geprüft

Wien - Libro-Neo-Vorstandssprecher Werner Steinbauer gab sich bei der außerordentlichen Hauptversammlung vor den Aktionären überzeugt davon, dass der Libro-Ausgleich am 21. September von den Gläubigern angenommen wird.

"Relativ gut"

In der Erfüllung des Ende Juni angemeldeten Ausgleichs liege man "relativ gut". Im Juli sei die Tageslosung zwar um rund 13 Prozent unter dem vom Beratungsunternehmen Roland Berger vorgegebenen Plan gelegen, aber die Umsätze hätten sich stabilisiert. In der ersten August-Woche sind die Umsätze laut Steinbauer wieder gestiegen. "Das zeigt, dass Maßnahmen gegriffen haben", so Steinbauer. Frische Ware sei in den Geschäften, die Mitarbeiter seien wieder motiviert. Auch eine zweite Werbekampagne sei geplant.

100 Millionen aus Kreditzusagen ausgeschöpft

Von den im Zuge des Ausgleichs vereinbarten Kreditzusagen von 300 Mill. S seien bis heute 100 Mill. S - beim Konsortialführer der Banken, RZB - ausgeschöpft worden, sagte Libro-Vorstand Bernhard Chwatal. Mit diesem Kreditrahmen zusammen mit rund 230 Mill. S eigener Liquidität sei Libro bis September finanziert. "Ein neuer Eigentümer wird diese 500 Mill. S auf jeden Fall übernehmen müssen. Nur so wird der Ausgleich gelingen", betonte Steinbauer. Die Kosten des Ausgleichs sind laut Libro-Vorstand im Liquiditätsplan mit 25 Mill. S beziffert.

Filialschließungen

"Wir haben uns alle Filialen der Libro-Gruppe angesehen und geprüft, welche wirtschaftlich sind und welche nicht", sagte der Libro-Vorstandsvorsitzende Werner Steinbauer am Rande der Hauptversammlung. Bis Mitte August werde klar sein, welche Filialen geschlossen werden sollen. Die Verluste der vergangenen beiden Jahre der Libro-Gruppe könnten nicht aus eigener Kraft finanziert werden: "Ohne Partner geht es nicht. "Derzeit übernehmen die Banken die Rolle eines Partners", so Steinbauer.

Mitarbeiterabbau

Unklar ist noch, wieviele Mitarbeiter genau abgebaut werden sollen. "Ich rechne nicht damit, dass wir die Zahl der 450 beim Frühwarnsystem des AMS angemeldeten Mitarbeiter überschreiten werden", betonte Steinbauer.

In Deutschland seien alle Filialen bis auf die Abverkaufsfiliale in Berlin bereits geschlossen worden, die ursprünglich mit 60 Mill. S bezifferten Schließungskosten würden voraussichtlich nicht überschritten, so Steinbauer. (APA)

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