Ex-Finanzminister Andreas Staribacher prüft

8. August 2001, 17:21
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Sonderprüfung soll Verantwortlichkeiten klären

Wien - Bei der außerordentlichen Hauptversammlung der im Ausgleich befindlichen Libro AG wurde erwartungsgemäß eine Sonderprüfung gemäß Paragraph 118 Aktiengesetz beschlossen. Damit soll geklärt werden, zu welchem Zeitpunkt die Unternehmenskrise erkennbar war bzw. welche Ursachen es dafür gab. Die Sonderprüfung wird auf Antrag des Libro-Mehrheitsaktionärs Gottwald Kranebitter der Wirtschaftsprüfer und ehemalige Finanzminister Andreas Staribacher durchführen.

Peter Wolf abgelehnt

Der vom Wiener Wirtschaftsanwalt und Kleinaktionärsvertreter Wolfgang Leitner als Sonderprüfer vorgeschlagene Wirtschaftsprüfer Peter Wolf wurde von Kranebitter im Vorfeld der Hauptversammlung überraschend abgelehnt. Er sei an einer lückenlosen Aufklärung der Vorgänge interessiert, betonte Kranebitter. Er akzeptiere daher auch "im Inhalt die Ergänzungen, die Leitner in seinem Antrag für eine Sonderprüfung präzisiert hatte". Der Beschluss über die Sonderprüfung war erst nachträglich auf Betreiben von Leitner auf die Tagesordnung der heutigen HV gesetzt worden. Ebenso wie der Bericht des Vorstandes über den Verlust des halben Grundkapitals.

Bis wann der Abschlussbericht der Sonderprüfung vorliegen wird, sei Sache des Prüfers, sagte der Ausgleichsverwalter Günther Viehböck heute vor den Aktionären. Er selber werde seinen Ausgleichsbericht Anfang September vorlegen. Ob dieser Bericht nicht nur den Gläubigern, sondern auch den Aktionären zur Verfügung gestellt wird, werde geprüft. Eine ordentliche Hauptversammlung der Libro werde es erst nach der Ausgleichstagsatzung am 21. September geben, frühestens im Oktober, sagte Libro-Vorstandssprecher Werner Steinbauer. (APA)

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