Haiders erste Kanzler-Wahl bleibt Riess-Passer

8. August 2001, 14:45
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Die eigene Kandidatur und jene Grassers schließt er dennoch nicht aus

Wien - Der freiheitliche Altparteiobmann Jörg Haider plädiert dafür, seine Nachfolgerin Susanne Riess-Passer als FPÖ-Spitzenkandidatin in die nächste Nationalratswahl zu schicken: "Die erste Wahl ist unsere Chefin", so der Kärntner Landeshauptmann im "News"-Interview. Eine Hintertür lässt sich Haider allerdings offen. Er schließt weder seine eigene Kandidatur noch die von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) aus.

FPÖ bleibt Nummer zwei

Den Sprung auf den ersten Platz der Wählergunst hat Haider offenbar fürs Erste ad acta gelegt: "Ich gehe davon aus, dass wir die Nummer zwei bleiben." Anschließend werde man mit der ÖVP reden. Dabei sei es wichtig, "dass beide wollen, dass diese Koalition noch einmal zu Stande kommt". Ob es dann einen "blauen Kanzler" oder "einen Kanzler ohne Partei, einen Österreich-Kanzler" gebe, sei ihm "egal".

Haider will sich international positionieren

In Sachen EU-Erweiterung gibt sich Haider unverändert hart. Er spricht sich für ein Veto aus, sollte das AKW-Temelin ans Netz gehen und die Grenzlandförderung nicht gestärkt werden: "Über diese Frage wird es entweder eine sinnvolle Lösung in der Vorbereitung der Erweiterung geben, oder es gibt einen Aufstand der Regionen, samt gemeinsamem Veto".

Überhaupt will sich der Kärntner Landeshauptmann künftig stärker auf internationaler Ebene positionieren. Er hält es für "durchaus möglich", an der Spitze einer transnationalen Reformbewegung zu EU-Wahlen anzutreten: "Es wäre sicher reizvoll, an der Spitze einer solchen Bewegung zu stehen". (APA)

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