Protestwelle gegen Postämterschließung

8. August 2001, 19:49
9 Postings

Haider fordert einen Gipfel - Post setzt verstärkt auf Partner im Lebensmittelhandel

Wien - "Wir werden überhaupt keine Schließung akzeptieren, denn es gibt einen Vertrag zwischen dem Land Kärnten und der Post, der garantiert, dass die bestehenden Postämter bis 2004 geöffnet bleiben." Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider stellt sich damit gegen den Aufsichtsratsbeschluss der Post AG, österreichweit 700 Postämter zusperren zu wollen. Nach seinen Angaben seien in Kärnten 60 davon betroffen. Haider fordert weiters einen Postgipfel mit Infrastrukturministerin Monika Forstinger, den Landeshauptleuten und dem Postmanagement.

Auch Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber fordert die Postmanager auf, vor jeder weiteren Überlegung über eventuelle Postämterschließungen in Vorarlberg mit der Landesregierung und dem Vorarlberger Gemeindeverband in konkrete Gespräche zu treten.

Partner im Lebensmittelhandel

Der Presssesprecher der Post AG, Michael Homola, wies darauf hin, dass Gespräche mit Ländern und Gemeinden nach dem Beschluss des Aufsichtsrats am Dienstag ohnehin vorgesehen seien. Er sagte weiter, dass in zunehmenden Maße versucht werde, Postservicestellen einzurichten und Postpartner vor allem im Lebensmittelhandel zu finden. Sie würden die Kerngeschäfte wie Entgegennahme von Briefen und Paketen durchführen, aber selbstverständlich auch Einschreiben übernehmen und zustellen. Dafür erhalten sie entweder ein Fixum oder eine absatzabhängige Provision. Die Postpartner würden auch eigens geschult.

Laut Informationen eines Aufsichtsrates sollen in Wien insgesamt sechs Postämter geschlossen werden, überwiegend in Randlagen wie Neustift am Walde (Postamt 1192). Der Rest, also 706 schließungswürdige Postämter, soll in 25 Regionalkonferenzen mit Bürgermeistern, beginnend mit Pinzgau und Weinviertel, verhandelt werden. (ung/APA, DER STANDARD, Printausgabe 9.8.2001)

Share if you care.