Schreibende Frauen hatten es schwer

8. August 2001, 15:43
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Ein neues Buch berichtet über ihre Schwierigkeiten und Auswege

Mainz - Noch im letzten Jahrhundert hatten talentierte Schriftstellerinnen unter ihren verständnislosen Eltern, Ehemännern und anderen ZeitgenossInnen zu leiden. Doch allen Zweifeln zum Trotz schrieben sie unbeirrt an ihren Werken weiter und schafften eines Tages den Durchbruch.

Vicki Baum

Der Vater von Vicki Baum (1888-1960) zum Beispiel betrachtete Bücher als Schmutz und Schund. Als seine Tochter für eine kleine Geschichte einen Preis gewann, forderte er ihr heiliges Ehrenwort, sie solle niemals mehr in ihrem Leben auch nur eine Zeile schreiben. Glücklicherweise ließ sich die 14-Jährige nicht beirren und wurde eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der 1940-er und 1950-er Jahre.

Grazia Deledda

Verständnislos und ablehnend reagierte die Bevölkerung des Heimatdorfes von Grazia Deledda (1871-1936), der späteren ersten Nobelpreisträgerin Italiens für Literatur, auf deren frühe Abdruckerfolge. Um weiteren negativen Reaktionen ihrer NachbarInnen vorzubeugen, wählte sie für einen Fortsetzungsroman in einer Tageszeitung ein Pseudonym.

Enid Blyton

Auch die Anfänge von Enid Blyton (1897-1968), die mit mehr als 700 Abenteuerbüchern als Großbritanniens fleißigste Kinder- und Jugendbuch-Autorin gilt, waren nicht ermutigend. Als sich zuhause Hunderte von abgewiesenen Manuskripten häuften, kritisierte ihre Mutter, dass sie so viel Geld für Papier, Umschläge und Porto ausgab und hielt die schriftstellerische Tätigkeit ihrer Tochter für Zeitverschwendung. Doch Enid hielt durch und schaffte den Durchbruch.

Über die Freuden und Leiden erfolgreicher Schriftstellerinnen berichtet der Autor Ernst Probst in seinem neuen Taschenbuch "Superfrauen 8 - Literatur", das zu einer 14-bändigen Reihe über berühmte Frauen aus allen gesellschaftlichen Bereichen gehört. (red)

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