Salzburg: ÖAAB warnt vor Schwarzmarkt

8. August 2001, 12:56
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Rücknahme der Einsparungsmaßnahmen gefordert

Salzburg - Salzburgs Sozialpolitik befinde sich auf Irrwegen. Mit dieser Feststellung setzte der ÖAAB die seit Wochen anhaltende Kritik an Soziallandesrat Walter Blachfellner (S) und den Einsparungen im Bereich der Sozialen Dienste fort. ÖAAB-Landesobmann Ludwig Bieringer forderte eine Rücknahme der Maßnahmen sowie die Auszahlung der von Blachfellners Vorgänger Gerhard Buchleitner (S) zugesicherten zehn Millionen Schilling (726.728 Euro), um die Arbeitsplätze bei den Sozialvereinen zu erhalten.

Angesichts der möglichen Kündigungen und der höheren Kosten für die Patienten warnt der ÖAAB vor einem florierenden Schwarzmarkt. Ausländische Hilfsdienste, welche die Mitarbeiter ohne die Einhaltung arbeitsrechtlicher Bestimmungen beschäftigten, würden auf den Markt drängen, gab Anna Maria Feldbaumer, Betriebsrats-Vorsitzende beim Salzburger Hilfswerk, zu bedenken. Die Nachfrage nach Betreuung alter und kranker Menschen sei da. Sie hält es für völlig falsch, dringend gebrauchte Arbeitsplätze zu vernichten und andererseits viel Geld für die Einrichtung von Arbeitsstiftungen für das gekündigte Personal auszugeben.

"Hier gibt's keine Sozialpartnerschaft"

Feldbaumer wirft Blachfellner vor, einseitig Vereinbarungen aufgekündigt zu haben: "Hier gibt's keine Sozialpartnerschaft". Sie verlangt eine Sicherung der Arbeitsplätze und gerechte Gehälter für die Beschäftigten der Mobilen Dienste. Die Maßnahmen bei der Kürzung des Wegzeitenpauschales sowie die Erhöhung der Beiträge für die Betreuungsleistungen müssten wieder zurückgenommen werden, verlangte Feldbaumer. Allein bei den Sozialen Diensten wären rund 250 Arbeitsplätze - hauptsächlich von Frauen - in Gefahr. (APA)

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