Cisco mit einer Milliarde Dollar Verlust

8. August 2001, 12:43
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Weltgrößter Netzwerkausrüster zeigt sich dennoch vorsichtig optimistisch

Der amerikanische Netzwerkausrüster Cisco Systems Inc. hat im Geschäftsjahr 2000/2001 (28. Juli) einen Verlust von einer Mrd. Dollar (1,141 Mrd. Euro/15,7 Mrd. S) verbucht verglichen mit einem Gewinn von 2,7 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 22,3 Mrd. Dollar. Dies hat Cisco am Dienstag nach Börsenschluss bekannt gegeben. Cisco leidet wie auch seine Konkurrenten unter der dramatischen Verschlechterung der Geschäfte seiner Hauptkunden, den Internet-Firmen und den Telekomkonzernen.

Umsatzrückgang von 25 Prozent

Das in San Jose (US-Staat Kalifornien) ansässige Unternehmen hat allein im Schlussquartal einen drastischen Umsatzrückgang von 25 Prozent auf nur noch 4,3 Mrd. Dollar verbucht. Der Gewinn sackte auf sieben Mill. Dollar ab gegenüber 796 Mill. Dollar in der Vorjahresvergleichszeit.

Ohne Sonderbelastungen 163 Millionen Dollar Verdienst

Klammert man Sonderbelastungen aus, verdiente Cisco im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres 163 Mill. Dollar. Das war ein Rückgang von 86 Prozent gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Gewinn pro Aktie betrug 2 Cents (Vorjahresvergleichszeit: 16). Damit hat Cisco die stark zurück geschraubten Wall-Street-Erwartungen erfüllt. Die Cisco-Aktien fielen allerdings nachbörslich von 19,26 Dollar auf 18,90 Dollar. Sie hatten vor zwölf Monaten noch bei 70 Dollar gelegen.

Analysten rechnen mit leichtem Anstieg

Cisco-Konzernchef John Chambers kündigte an, dass der Umsatz im Oktober-Quartal gegenüber den vorangegangenen drei Monaten unverändert bleiben wird oder um bis zu fünf Prozent fallen könnte, berichtete die US-Wirtschaftsnachrichtenagentur "Bloomberg" am Mittwoch. Die Wall-Street-Analysten hatten mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gegenüber dem vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres gerechnet.

Chambers mit weiteren Prognosen zurückhaltend

Chambers hielt sich mit weitergehenden Prognosen zurück. "Niemand weiß wirklich, wann die Wirtschaft und die Investitionen die Talsohle erreichen und wieder steigen werden", erklärte er nach Angaben von "Bloomberg". Er gab sich "vorsichtig optimistisch", dass die Talsohle in den USA in den kommenden ein bis zwei Quartalen erreicht werden könnte. Die Lage in Europa und Asien sieht nicht besser aus. Japan könnte sich weiter verschlechtern.

Neben Cisco verbuchten auch andere Netzwerk- und Internetausrüster wie Lucent Technologies und Nortel Networks ausnahmslos drastische Umsatzrückgänge und hohe Verluste, denen sie mit Massenentlassungen Sparmaßnahmen begegnen. (APA/dpa)

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