UNO-Tribunal beginnt Anhörung von Kosovo-Serben in Belgrad

8. August 2001, 12:35
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Besonderes Interesse besteht für Vermisste in der Region Orahovac

Belgrad - Ermittler des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen in Jugoslawien haben in Belgrad die Anhörung von rund 40 Kosovo-Serben im Zusammenhang mit den Ereignissen während der Kosovo-Krise in den Jahren 1998/99 begonnen. Dem TV-Sender "B-92" zufolge haben die Ermittler besonderes Interesse an den Begleitumständen gezeigt, unter denen es im Juli 1998 zum Kidnapping von mehreren Serben in der Region der Kosovo-Stadt Orahovac gekommen war. Die Gespräche im Belgrader Tribunalsbüro sollen laut Medienberichten etwa zehn Tage anhalten.

Die Vereinigung von Familienangehörigen der vermissten Kosovo-Serben hat indes ihre Unzufriedenheit über die Tatsache bekundet, dass sich die Tribunalsermittler nicht für die Entführungen nach dem Abzug der jugoslawischen Sicherheitskräfte aus dem Kosovo im Juni 1999 interessieren. Die Mehrheit der rund 1.300 vermissten Serben sollen nämlich nach der Stationierung von internationalen Friedenstruppen im Kosovo gekidnappt worden sein. Das Tribunalsmandat bezieht sich allerdings nur auf die Kriegszeit.

Der serbische Justizminister Vladan Batic hat bisher mehrmals die Hoffnung bekundet, dass das UNO-Tribunal im kommenden Herbst auch erste Anklagen gegen frühere Militärkommandanten der Kosovo-Befreiungsarmee Kosovo UCK wegen Verbrechen an Kosovo-Serben erheben wird. (APA)

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