Kleinaktionäre machen Ärger Luft

8. August 2001, 17:08
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Rasinger "mehr als erschüttert"

Wien - Die 150 bei der HV anwesenden Kleinaktionäre machten am Mittwoch ihrem Ärger über den Kursverfall der Aktie und die schlechte Informationspolitik mit zahlreichen Wortmeldungen Luft, obwohl immer wieder auf die Tagesordnung verwiesen wurde. Allerdings konnten sich die Kleinaktionärsvertreter gegen den Mehrheitsaktionär Kranebitter nicht durchsetzen, ein Antrag des Wirtschaftsanwalts Wolfgang Leitner, den Obmann des Interessensverband der Anleger (IVA), Wilhelm Rasinger, in den Aufsichtsrat zu wählen, wurde abgelehnt. Auch der von Leitner vorgeschlagene Sonderprüfer Peter Wolf wurde nicht bestellt.

"Mehr als erschüttert"

Über die veröffentlichen Bilanzzahlen der Libro AG zeigte sich Kleinaktionärsvertreter Rasinger "mehr als erschüttert". Er könne sich nicht vorstellen, "dass der Verlust von 2,5 Mrd. S allein auf das letzte Geschäftsjahr zurückzuführen ist. Dass die Zahlen schlecht sind war zu erwarten, aber nicht, dass sie so schlecht sind", so Rasinger. Das könne nicht alles in den letzten paar Monaten geschehen sein, jetzt müsse geklärt werden, ob der Libro-Vorstand, Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer zu lange zugeschaut und die Banken Libro zu lange finanziert hätten.

Ein Ausgleich für die Libro AG sei weiterhin denkenswert, weil ein Konkurs einen Totalverlust bedeuten würde, betonte Rasiner. Nun müssen das Desaster und der Vermögensverfall aufgearbeitet und die Konsequenzen gezogen werden. (APA)

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