Der Osten der USA kämpft mit einer Hitzewelle

9. August 2001, 11:54
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Bereits über 10 Hitzetote

Washington - Eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius hat die USA fest im Griff. Zwei Drittel des Landes waren am Mittwoch betroffen, extrem hohe Luftfeuchtigkeit ließ die Menschen zusätzlich leiden. Die Zahl der Hitzetoten stieg in den vergangenen drei Tagen auf über zehn an. Darunter war ein dreijähriger Bub in Missouri, den die Eltern während eines Einkaufs im Auto zurückgelassen hatten.

Zehntausende Haushalte vor allem im Nordosten der USA waren vorübergehend ohne Stromversorgung, weil das Netz wegen der überall eingeschalteten Klimaanlagen hoffnungslos überlastet ist. Für Bürger ohne derartige Systeme daheim wurden in zahlreichen Städten eigens "Kühlzentren" zum Erholen eingerichtet. Vielerorts öffnete die Feuerwehr Straßenhydranten für heiß begehrte Duschen. Vor allem ältere Menschen und Kranke wurden aufgerufen, in den Häusern zu bleiben.

An alle Bürger erging der Appell, die stickige Luft nicht noch zusätzlich durch qualmende Gartengrills und mit Benzin betriebene Rasenmäher zu verschmutzen. In der Bundeshauptstadt Washington, wo für Mittwoch und Donnerstag ein Ansteigen der Thermometer auf 36 Grad erwartet wurde, konnten die Bürger kostenlos die Stadtbusse benutzen. Sie sollten damit dazu angespornt werden, ihre Autos stehen zu lassen. Erleichterung zeichnete sich in weiten Teilen des Landes frühestens für Freitag ab. Dann soll eine Kaltfront aus Kanada heranziehen.

Allein in New York öffneten die Behörden 400 so genannte Kühlzentren - Schulen oder andere öffentliche Einrichtungen, die über Klimaanlagen verfügen. "Wenn wir ein Pferd bei dieser Hitze arbeiten lassen würden, kämen wir ins Gefängnis", sagte ein Bauarbeiter in Harrisburg. "Aber wir haben keine Wahl." (/APA/dpa/Reuters)

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