Immer mehr Österreicher im Ausland in Haft

8. August 2001, 12:28
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Zahl der Inhaftierten im Jahr 2000 stark angestiegen

Wien - Die Zahl der Österreicher, die im Ausland in Haft genommen wurden, ist im Vorjahr stark angestiegen. Im Jahr 2000 war bei den von den österreichischen Vertretungsbehörden zu betreuenden Haftfällen ein Anstieg um 16 Prozent auf 650 Fälle zu verzeichnen. Die österreichischen Diplomaten werden jedoch nur eingeschaltet, wenn der Betreffende es wünscht. Auffallend ist nach Angaben des Außenministeriums dabei der hohe Anteil von Drogendelikten, also Drogenschmuggel bzw. Drogenhandel. Diese Vergehen werden z.B. in den Staaten Südostasiens oder Lateinamerikas mit drakonischen Strafen geahndet.

650 Österreicher weltweit inhaftiert

Insgesamt waren im Vorjahr weltweit 650 Österreicher in ausländischen Gefängnissen inhaftiert. Der Großteil davon, exakt 516, saßen in Europa hinter Gittern. Davon waren 138 in Deutschland, 109 in Spanien und 70 in Italien hinter "schwedischen Gardinen", Ungarn mit 30 einsitzenden Österreichern folgt bereits mit Respektabstand. In ganz Amerika kamen im Vorjahr 79 Österreicher in Haft, davon waren 35 allein in den USA und 6 in Kanada eingesperrt. In den Ländern Asiens waren 31 Österreicher, in den afrikanischen Staaten 22 und in Australien zwei in Haft.

Empfehlungen des Außenministeriums

Auch in anderen Ländern wie Thailand, Panama und Brasilien erreichte das Außenministerium nach intensiven Bemühungen die Überstellung österreichischer Häftlinge in die Heimat. Österreichische Vertretungsbehörden konnten das Los vieler anderer Inhaftierter durch Haftbesuche, Sicherung der medizinischen Versorgung und Gewährung von rechtlichem Beistand erleichtern.

Das Außenministerium empfiehlt den Reisenden, sich bereits vor Antritt der Reise über die Rechtsordnung in dem Zielland zu informieren. Im Internet werden auf der Homepage http://www.bmaa.gv.at im Service-Teil Länderinformationen auch über das Justizsystem angeboten. (APA)

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