Tiroler VP-Frauen wünschen sich eine deutliche "Verjüngung" an der Spitze

8. August 2001, 11:17
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Ob die Zeit reif für eine Frau ist, wurde nicht beantwortet

Innsbruck - Die Frauenorganisation der Tiroler Volkspartei hat sich für die Obmannneuwahl am Parteitag im Herbst für eine "deutliche Verjüngung" an der Parteispitze ausgesprochen. Frauenchefin, Landesrätin Elisabeth Zanon-zur Nedden, verwies auf einen einstimmigen Landesleitungsbeschluss ihrer Organisation. Gefunden werden müsse eine Integrationsfigur, auf die sich die sechs Teilorganisationen in Gesprächen in den kommenden Wochen einigen sollten. Eine konkrete Person für das höchste Amt der Tiroler VP wollte Zanon-zur Nedden vorerst nicht nennen.

Auf die Frage einer Unterstützung des Innsbrucker Bürgermeisters Herwig van Staa (59), der sich als Kandidat zuletzt ins Spiel gebracht hatte, verwies Zanon-zur Nedden auf den Verjüngungsbeschluss der VP-Frauen. Laut Landesleitung sei bei den führenden Positionen in Zukunft der "Schwerpunkt auf die Integrationsfähigkeit und die Bereitschaft und Fähigkeit zur konsensualen Problemlösungen" zu setzen. Ziel müsse es außerdem sein, die beiden Funktionen Parteiobmann und Landeshauptmann wieder in einer Person zusammenzuführen. Um die Diskussionskultur und Konfliktlösungsfähigkeit zu optimieren, könne sie sich die Einrichtung einer "schnellen Eingreiftruppe" mit Mitgliedern der Teilorganisationen vorstellen. Die VP sei "keine Führerpartei, sondern eine Integrationspartei."

"Es geht nicht um Frau oder Mann"

Durch die Nominierung eines gemeinsamen Kandidaten aller Teilorganisationen solle verhindert werden, dass der Parteitag zu einem "Scherbengericht" werde, sagte die Landesrätin. Ob die Zeit reif sei für eine Frau an der Spitze der Tiroler VP wollte Zanon-zur Nedden nicht beantworten. Eine Frau könne diese Funktion genau so gut ausüben wie ein Mann. "Es geht nicht um Frau oder Mann, sondern um die richtige Person", sagte Zanon-zur Nedden.

Eine Absage erteilte die Frauenchefin dem von Parteiobmann Ferdinand Eberle vorgeschlagenen beratenden Organisationskomitee. Der von den Bezirken geforderte Parteitag sei laut Parteistatut innerhalb von drei Monaten einzuberufen. Die Terminisierung und Organisation sei dabei ausdrücklich dem Parteivorstand vorbehalten, der einberufen werden müsse. Die Frauen würden daher keine Vertreterin in das Organisationskomitee entsenden. (APA)

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