Eintauchen in ein Computerspiel

8. August 2001, 10:50
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PC-Game optimal für die Leinwand aufbereitet - Kinostart am 24.8.

Können Animationen eine echte Konkurrenz für Schauspieler aus Fleisch und Blut darstellen? Im Fall von "Final Fantasy - Die Mächte in Dir" lautet die Antwort "Ja". Denn während die Kino-Adaption des Computerspiels "Tomb Raider" nicht überzeugend ausgefallen ist, hat Hironobu Sakaguchi mit einem kompletten Film aus der "Retorte" ein PC-Game optimal für die Leinwand aufbereitet. Die Produktion gibt die Atmosphäre der Vorlage wieder und hält sich an die Spielregeln. Über die Leistung der Trickexperten darf man ab 24.8. auch in den österreichischen Kinos staunen.

Kultserie der Computerspiele-Branche

Die Industrie der Videospiele setzt 20 Milliarden Dollar (22,7 Mrd. Euro/312 Mrd. S) im Jahr um. "Final Fantasy" gehört mit seinen mittlerweile neun Teilen seit 1987 zu den Kultserien des Genres. "Die meisten Menschen unterschätzen die Kraft und die Eindrücke, die Videospiele auf die Populärkultur und damit aufs Filmemachen ausüben", betont Chris Lee, Produzent der Kinoversion. Es sei nur auf den Kassenhit "The Matrix" verwiesen, der mit seiner unkonventionellen Erzählweise eine Revolution auslöste. Nicht weniger innovativ gingen die Macher von "Final Fantasy" zur Sache.

Elemente des Games - ohne "richtige" Charaktere

Der Film bedient sich Elementen des Games, wartet aber mit bisher nicht verwendeten Figuren und Geschichten auf. Im Mittelpunkt steht die sensible wie selbstbewusste Wissenschafterin Aki Ross, ein Charakter, der sich von üblichen Superhelden stark unterscheidet. In Zusammenarbeit mit einer Elite-Kampfeinheit und einem brillanten Doktor will sie die Erde vor dem Untergang retten. Denn Aliens drohen die Menschheit auszurotten. Die Suche nach der Lösung zur Beendigung des Konflikts wurde von 150 Digitalkünstlern und 20 Computeranimatoren gestaltet.

Beinahe reale Gefühlsausdrücke

Die Bilder sind düster und spektakulär, die Figuren bewegen sich weich und beinahe menschlich, selbst realistische Gesichts- und Gefühlsausdrücke konnten die Kreativen ihren Animationen verpassen. Damit die Mundbewegungen mit den Stimmen komplett übereinstimmen, haben die Synchronsprecher (darunter Stars wie Donald Sutherland, Alec Baldwin und Steve Buscemi) zuerst ihren Text gelesen. Erst dann passten die Experten die Lippen den Worten an.

Die Besonderheit des Spiels wurde beibehalten

Bei "Final Fantasy" stürzt man förmlich in ein PC-Spiel: Es gibt Abschussszenen, mehrere Elemente müssen gesammelt und ein starker Widersacher bezwungen werden, es gilt Raumschiffe durch Tunnel zu manövrieren, und am Ende taucht noch ein Mega-Monstrum auf. Sakaguchi, Regisseur und zugleich geistiger Vater des Games, hat darauf geachtet, dass die Besonderheit seiner Software-Serie nicht verloren ging. Denn "Final Fantasy" verknüpft fernöstliche Philosophien und Mythologien mit amerikanischer Action. (Von Wolfgang Hauptmann/APA)

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