Vier Jahre Entwicklungszeit für den Film

8. August 2001, 10:50
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"Das größte Problem waren die Haare" - Spezialsoftware musste erst entwickelt werden

Der erste Teil des Videospiels "Final Fantasy" ist 1987 in den Handel gekommen. Heute gelten die bisher neun erschienen Teile als Kult. An der Realisierung einer Adaption für das Kino haben Mastermind Hironobu Sakaguchi und sein Team rund vier Jahre lang gearbeitet. Der "digitale Kreißsaal" lag nicht in Hollywood, sondern in Hawaii, wo 200 Grafiker und Animatoren die Schauspieler aus dem Computer zauberten.

Aki Ross als Medienstar

Aki Ross, die Heldin der Geschichte, wurde - wie alle anderen Figuren auch - in einem bestimmten Kamerawinkel komplett im Computer geschaffen. Seitdem hat Aki ein Eigenleben entwickelt, zu dem sogar eine Fotostrecke in einer Ausgabe des Männermagazins "Maxim" und der Auftritt in der "It"-Ausgabe von "Entertainment Weekly" gehören.

Die Haare als größtes Problem

Der zeitraubendste und rendering-intensivste Teil von Aki war ihr Haar. Auf ihrem Kopf befinden sich 60.000 Haare, und der Computer musste jedes einzelne von ihnen im Blick haben. Die Software, die gleichzeitig bestimmte, wie das Haar aussehen und sich bewegen sollte, wurde neu geschrieben, weil die bereits existierende für diese Zwecke nicht ausreichte. Als diese Hürde beseitigt war, wurden virtuelle Lichtquellen im Computer positioniert, die dem Haar erlaubten, mit ihnen zu interagieren.

Stift als Wirbelsäule

Das Gesicht von Aki wurde zunächst von einem Künstler dreidimensional geformt. Danach wurde es als Drahtgittermodell gerendert, indem ein dreidimensionales Drahtgitter über eine Zeichnung der Figur gelegt wurde. Dieses Drahtgitter dient als Skelett der Figur und erlaubt den Animatoren, ihr lebensechte Bewegungen und Formen zuzuweisen. Der Stift in Akis Kopf ist ihr eigentliches "Rückgrat", das echte Knochen simuliert und sich wie solche bewegt.

Keine reale Person wurde digitalisiert

Im weiteren Verlauf der Prozedur wurde Haut über das Modell gelegt. Im dritten Schritt fügten die Experten Ausleuchtung, Oberflächenstrukturen, Schattierungen, Reflexionen in den Augen, absichtliche Mängel und weitere Details ein. Sommersprossen, Poren und andere Einzelheiten ergänzten sie per Hand im Computer. Keine reale Person wurde digitalisiert, kein Stück menschlicher Haut eingescannt, um diese authentischen, menschlichen Charakteristika zu schaffen - all das wurde von Anfang an im Computer generiert.

Danach folgte die Kleidung

Das Kostüm wurde separat gerendert und danach als zusätzliche Schicht über das Modell der Figur gelegt. Die Technischen Leiter haben Monate damit verbracht, Kleidungsstücke auseinander zu reißen und nähen zu lernen, damit sie den Sitz und die Falten von Gewebe in Bewegung glaubwürdig rendern konnten. "Technisch gesehen waren die natürlichen menschlichen Gesichtsausdrücke der schwierigste Aspekt bei unserer Arbeit", erklärt Sakaguchi. "Im Gegensatz zu leblosen Gegenständen ist es eine extreme Herausforderung, menschliche Bewegungen, Haar und Kleidung zu simulieren, weil unsere Augen sehr kritisch auf die Bewegungen des Menschen achten - schließlich nehmen wir sie tagtäglich wahr." (APA)

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