Bei RHI brennt der Hut

9. August 2001, 11:53
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Feuerfestkonzern im Halbjahr mit zweistelligen Einbrüchen bei Umsatz und Ergebnis

Wien - "Die anhaltende Schwäche der US-Stahlkonjunktur hat uns am falschen Fuß erwischt." Georg Obermeier, Chef des Feuerfestkonzerns RHI, musste im ersten Halbjahr 2001 zweistellige Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis verdauen. Neben der schwachen Geschäftsentwicklung in Nordamerika, wo RHI rund 30 Prozent Marktanteil hält, seien für diese Rückgänge auch die Veräußerung des Geschäftsbereiches Isolieren sowie die Abgabe zweier Feuerfestwerke in den USA verantwortlich gewesen.

Der Konzernumsatz lag mit 952,1 Mio. EURO (13,1 Mrd. S) um zwölf Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Das Betriebsergebnis (Ebit) ging sogar von 41,4 Mio. EURO auf 25,2 Mio. EURO zurück. Während das US-Geschäft große Sorgen bereitete, habe sich der "Rest der Welt" mit Ebit-Margen von über zehn Prozent erfreulich entwickelt.

Düstere Aussichten

War Obermeier im April noch optimistisch, heuer ein besseres Ergebnis als im Jahr 2000 zu schaffen, so geht er nun davon aus, "dass das Ergebnis das Niveau des Vorjahres nicht erreichen wird". Man habe die Konjunkturentwicklung in Nordamerika einfach "falsch eingeschätzt", gab der RHI-Chef zu. Auf eine genaue Prognose für das Gesamtjahr wollte sich Obermeier nicht einlassen.

Massives Sparprogramm

Als Reaktion auf das schlechte Nordamerika-Geschäft wurde das Management verstärkt und ein massives Sparprogramm eingeleitet. Bis Jahresende sollen 700 der derzeit etwa 4000 Mitarbeiter in dieser Region abgebaut werden. Die 15 Werke sollen zwar nicht geschlossen, aber so ausgerichtet werden, "dass Personal temporär abgebaut werden kann", sagte Obermeier. Damit soll noch in der zweiten Jahreshälfte der Turnaround geschafft werden.

Auf der Suche nach einem strategischen Partner für den Dämmstoffbereich ist RHI nicht weitergekommen. Es sei zwar mit mehreren Interessenten über einen Teilverkauf von Heraklith verhandelt worden, die Angebote seien aber unter den Erwartungen geblieben. Gründe dafür seien die "ausgeprägte Schwächeperiode des Bausektors in Mitteleuropa" und die Tatsache, dass sich RHI nur von 50 Prozent von Heraklith trennen wollte. "In künftigen Verhandlungen werden wir jedenfalls die Mehrheit anbieten müssen", sagte Obermeier.

Aktie verliert

Die RHI-Aktien verloren als Reaktion auf das Halbjahresergebnis am Mittwoch an der Wiener Börse vorübergehend bis zu drei Prozent. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 9.8.2001)

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