Afghanistan: Ringen um Taliban-Gefangene

8. August 2001, 19:20
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Keine Visa für westliche Diplomaten - Zugang zu Inhaftierten verweigert

Islamabad - Die in Afghanistan herrschenden Taliban-Milizen haben westlichen Diplomaten Einreisevisa zum Besuch der in Kabul festgenommenen ausländischen Helfer der Hilfsorganisation "Shelter Now International" (SNI) verweigert. Die Diplomaten aus Deutschland, den USA und Australien sollten nach UNO-Informationen Kontakt zu den insgesamt 24 inhaftierten Mitarbeitern der Hilfsorganisation aufnehmen. Die Taliban-Sittenpolizei hatte die SNI-Mitarbeiter unter dem Vorwurf der christlichen Missionierung festgenommen. Darauf steht nach einer Anordnung des Taliban-Anführers Mullah Mohammed Omar die Todesstrafe. ****

Das Taliban-Regime wird international nicht anerkannt. In Kabul sagte der Taliban-Vizeminister für die Verhütung des Lasters und die Förderung der Tugend, Mohammad Salim Hakkani, in Zusammenhang mit der Festnahme seien Bibeln und bis zu 7000 Video- und Tonbänder mit der christlichen Lehre entdeckt worden, allesamt in Dari und Paschtu. Die SNI-Mitarbeiter könnten nicht behaupten, dass sie sie nur zum Hausgebrauch verwendet hätten, weil sie nur Englisch und andere ausländische Sprachen sprächen. (APA/Reuters)

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