Ost-Töchter stärken Erste Bank

8. August 2001, 19:10
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Treichl: Wachstumsschub und deutliche bessere Ergebnisse - Höhere Zinsspanne

Wien - Die Akquisitionen der Erste Bank in Tschechien und der Slowakei haben dem Institut nicht nur einen Wachstumsschub beschert, sondern auch zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung beigetragen. Wie Generaldirektor Andreas Treichl am Mittwoch in der Halbjahres-Pressekonferenz des Instituts mitteilte, konnte das Betriebsergebnis der Gruppe im ersten Halbjahr 2001 um 58 Prozent auf 314,2 Mio. EURO (4,32 Mrd. S) und der Konzernüberschuss um 15,4 Prozent auf 107,9 Mio. EURO gesteigert werden. Die Bilanzsumme erhöhte sich seit Jahresbeginn um 15,6 Prozent auf 82,3 Mrd. EURO.

Besonders zufrieden war Treichl mit der Entwicklung der Zinsspanne, die nach einem jahrelangen Schrumpfungsprozess heuer wieder von 1,5 Prozent auf 1,7 Prozent ausgeweitet werden konnte. "Zehn Basispunkte (0,1 Prozentpunkte) bedeuten eine Ergebnisverbesserung um 60 Mio. EURO", zeigte er die Dimension dieser Entwicklung auf. Vor allem bei Großkunden habe es eine Annäherung an international übliche Zinsspannen gegeben. Durch die Währungsunion erwartet er mittelfristig eine Angleichung der Zinsspannen in der Euro-Zone, wovon österreichische Institute, die am unteren Ende der Skala liegen, besonders profitieren sollten.

Ceska Sporitelna-Integration reibungslos

Die Integration der Ceska Sporitelna in die Erste-Gruppe ist rascher und erfolgreicher vor sich gegangen als erwartet, sagte Treichl. Das Institut haben seit der Übernahme seinen Kundenstock von 3,5 Mio. auf vier Mio. erhöht und trage bereits 22 Prozent zum Betriebsergebnis der Gruppe bei.

In der Slowakei soll der Transformationsprozess im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Den Beitrag der Slovenska Sporitelna zum Betriebsergebnis der Gruppe bezifferte Treichl mit knapp zehn Prozent.

Die Ungarn-Tochter habe durch die Übernahme einer kleinen Sparkasse ihr Filialnetz um fünf Geschäftsstellen ausweiten können. Die Kroatien-Tochter bezeichnete der Erste Chef als derzeit beste Investition in Zentraleuropa gemessen an der Eigenkapitalverzinsung, die 18 Prozent beträgt.

In der gesamten Gruppe lag die Eigenkapitalrendite im ersten Halbjahr bei 12,3 Prozent. Sie soll, so Treichl, heuer oberhalb der Zwölf-Prozent-Marke bleiben und bis 2003 14 Prozent erreichen.

Haftungsverbund

Der Haftungsverbund der österreichischen Sparkassen, durch den eine günstigere Refinanzierungsbasis geschaffen werden soll, will Treichl bis Herbst realisieren. Er geht davon aus, dass rund 90 Prozent der 66 Sparkassen des Landes mitmachen werden. Ob die stets auf Extrawürste bedachte Tiroler Sparkasse dabei sein wird, war für Treichl "noch offen, aber auch nicht so wichtig". (gb, DER STANDARD, Printausgabe 9.8.2001)

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