Gleinalmtunnel: Sanierung "kommt zu spät"

8. August 2001, 09:35
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Seit dem Tunneltest 1999 seien bloß "Brandschutz- hauben" deponiert worden

Wien - "Der Gleinalmtunnel gehört zu den gefährlichsten Tunneln im Alpenraum", erklärte Willi Matzke am Donnerstag im STANDARD-Gespräch. Der ÖAMTC-Experte ist Mitautor des jährlichen Tunneltests, den der Autofahrerclub mit etlichen europäischen Schwesterklubs durchführt. 1999 wurde die Gleinalmröhre als "bedenklich" eingestuft.

"Wir haben damals die Belüftungsanlage kritisiert. Das ist ein veralteter Standard", so Matzke. Ein weiterer Minuspunkt seien die mehr oder weniger ungeschützten Notrufnischen gewesen. Genauso bemängelt wurde die schlechte Beleuchtung.

Als Sanierungsmaßnahmen sind laut dem Tunneltester - "wenn schon nicht zweiröhrig ausgebaut werden kann" - abgeschlossene Notrufstände mit Fluchtkammern (für mindestens 50 Personen) empfohlen worden. Auch habe man dem Betreiber Asfinag die Gründung einer Betriebsfeuerwehr geraten. "Das ist zwar teuer, aber im Notfall besser als eine Freiwillige Feuerwehr."

Die vom Betreiber für 2002 geplanten Sanierungen (etwa der Belüftung) sind für Matzke sinnvoll, "kommen aber zu spät". Denn seit dem Tunneltest seien bloß "Brandschutzhauben" (damit können Personen 15 Minuten im Rauchgas überleben) in den Notrufnischen deponiert worden. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 8. 2001, chr)

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