Kolumbien: Präsident Pastrana bricht Gespräche mit ELN ab

8. August 2001, 07:10
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Horacio Serpa kündigt Kandidatur für das Präsidentenamt an

Bogota - Die Hoffnungen auf ein Ende des seit 37 Jahren andauernden Guerillakriegs in Kolumbien haben einen herben Dämpfer erhalten. Der kolumbianische Präsident Andres Pastrana brach die Gespräche mit der zweitgrößten Guerillagruppe ELN ab. Damit gibt es für Pastrana kaum noch eine Chance, vor der Präsidentenwahl im Mai nächsten Jahres die angestrebte umfassende Friedensregelung herbeizuführen.

Pastrana beschuldigte die Führung der Nationalen Befreiungsarmee, mit ihrer starrköpfigen Haltung Fortschritte im Friedensprozess verhindert zu haben. Bei den Gesprächen im Nachbarland Venezuela hätten die ELN-Vertreter die Einigung auf eine Tagesordnung für formelle Friedensverhandlungen mit neuen Forderungen verhindert, sagte Pastrana in einer Fernsehansprache. Dabei ging es um die Einrichtung einer demilitarisierten Zone, wie sie 1998 bereits für die die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) eingerichtet wurde.

Der frühere kolumbianische Innenminister Horacio Serpa verband unterdessen die Anmeldung seiner Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im Mai 2002 mit dem Versprechen, die Friedensbemühungen entscheidend voranzubringen. Vor 10.000 Anhängern rief Serpa zu einem Friedensmarsch am 28. September auf, der zur Grenze der demilitarisierten Zone der FARC führen soll. (APA/AP)

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