Bolivien: Jorge Quiroga als neuer Präsident vereidigt

8. August 2001, 06:50
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"Armut und Korruption größte Feinde Boliviens"

Sucre - Als neuer bolivianischer Staatschef ist der bisherige Vize-Präsident Jorge Quiroga vereidigt worden. Vor dem Parlament in der Hauptstadt Sucre legte der 41-Jährige den Amtseid ab und trat damit die Nachfolge von Hugo Banzer an, der wegen einer Krebserkrankung seinen Rücktritt erklärt hatte. In seiner Antrittsrede bezeichnete Quiroga die Armut und die Korruption als die "beiden größten Feinde" Boliviens.

Er wolle sich in seiner Amtszeit der Schaffung des "sozialen Friedens", der Aussöhnung mit den Koka-Bauern und dem Kampf gegen die Kriminalität widmen. Quiroga ist der 62. Präsident des Andenstaates. Er amtiert zunächst bis zur Präsidentschaftswahl, die für Sommer 2002 vorgesehen sind.

Als wichtigste Aufgaben des neuen Präsidenten bezeichneten es einheimische Medien, die Armut zu bekämpfen, den Konflikt mit den gut organisierten Koka-Bauern beizulegen, die verbreitete Korruption einzudämmen und ausländische Investoren vor allem für die Förderung von Erdgasvorkommen anzulocken. Besonders das letzte Ziel könnte durch die argentinische Finanzkrise weiter in die Ferne rücken. Der in den USA ausgebildete Ingenieur arbeitet seit rund 13 Jahren eng mit Banzer zusammen. (APA/dpa)

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