Cisco: Gewinnsturz um 99 Prozent

8. August 2001, 19:36
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Schlechte Nachfrage führt den Exbörsenstar in die Verlustzone

Wien - Noch vor einem Jahr als Ikone an der Technologiebörse als teuerstes Unternehmen gefeiert, hat die Krise in der Informations- und Telekom- industrie nun auch Cisco Systems erfasst. 99 Prozent Gewinneinbruch lautet das ernüchternde Ergebnis des US-amerikanischen Herstellers für Netzwerktechnologie für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001, das am 28. Juli endete. Damit wurden zwar die reduzierten Erwartungen der Analysten erfüllt, die nur mit 0,02 US-Cents Gewinn pro Aktie gegenüber den 0,16 Cents im Vorjahreszeitraum rechneten.

Milliarden-Verlust

Alleine im Schlussquartal verzeichnete Cisco einen Umsatzrückgang um 25 Prozent auf nur noch 4,3 Mrd. Dollar. Der Gewinn sackte auf sieben Millionen US-Dollar nach 796 Mio. Dollar im Vorjahr. Vermasselt hat die rückläufige Nachfrage im Schlussquartal auch das Jahresergebnis. Im Geschäftsjahr 2000/2001 schreibt Cisco einen Verlust von einer Mrd. Dollar (1,141 Mrd. EURO/15,7 Mrd. S). Im Vorjahr erzielte der Marktführer noch einen Gewinn von 2,7 Mrd. Dollar. Beim Umsatz konnte der Netzwerkausrüster, dessen Hauptkunden zur Telekom- und Internetbranche zählen, um 18 Prozent auf 22,3 Mrd. US-Dollar zulegen.

Zukunft ungewiss

"Niemand weiß, wann die Wirtschaft und die Investitionen ihren Tiefpunkt erreicht haben", sagte Konzernchef John Chambers. Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Asien haben die Firmen ihre Ausgaben gekürzt. In Japan verzeichnet Cisco sogar rückläufige Umsätze. Neben Cisco verbuchen auch die Konkurrenten Lucent Technologies, Nortel sowie Alcatel drastische Umsatzrückgänge. (red, DER STANDARD, Printausgabe 9.8.2001)

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