Die Lokomotive überrollte Tirol

22. August 2001, 11:21
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Ignaschewitsch traf aus 35 Metern schier unhaltbar ins Kreuzeck

Dem FC Tirol steht noch ein hartes Stück Arbeit bevor, will der Verein erstmals die Fußball-Champions League erreichen. Österreichs Meister musste sich am Dienstag im Qualifikations-Hinspiel in Ramenskoje gegen Lok Moskau mit 1:3 geschlagen geben und sollte im Rückspiel am 22. August auf dem Innsbrucker Tivoli mit zumindest zwei Toren Differenz gewinnen, um den Aufstieg zu fixieren. Mit einem Freistoß-Kracher aus fast 35 m brachte Ignaschewitsch mit dem 3:1 die Innsbrucker um eine günstigere Ausgangsposition. Kirchler erzielte vor 14.000 Zuschauern im Saturn-Stadion in der 19. Minute den vielleicht so wichtigen Auswärtstreffer.

Kalte Dusche für die Tiroler

Die Partie begann für die Tiroler mit der sprichwörtlich kalten Dusche. 1:28 Minuten waren gespielt, da zappelte der Ball schon im Netz von Marc Ziegler, der in der Meisterschaft noch ohne Gegentreffer ist. Nach Pass von Ismailow brachte die Verteidigung die Kugel nicht weg, der Südafrikaner Lecgetho schoss zum 1:0 ein.

Schon da zeigte sich, dass Libero Michael Baur und auch Stefan Marasek den Tirolern fehlten. Ohne den gesperrten Kapitän wirkte die von Walter Kogler organisierte Abwehr nicht sicher, hatte mit den flinken Lok-Stürmern ihre liebe Not. Vor allem Jung-Nationalspieler Ismailow war nur schwer unter Kontrolle zu bringen.

Kein Schock, dafür der Ausgleich

Geschockt war die Elf von Kurt Jara durch das frühe Gegentor aber keineswegs. Kirchlers erste Versuch landete noch an der Außenstange (5.), der zweite aber saß. Nach Pass von Gilewicz zog der Ersatzkapitän alleine auf das Tor von Nigmatullin und ließ dem russischen Teamkeeper mit einem Schuss ins kurze Eck keine Chance (19.).

Doch der russische Vizemeister übernahm wieder das Kommando, präsentierte sich wie erwartet als anderes Kaliber als die Gegner, die Innsbruck zuletzt in der Meisterschaft hatte. Tirol wartete zwar vergeblich auf eine Elfmeterpfiff von Kim Milton-Nielsen, als Jezek im Strafraum gefoult wurde und dafür sogar mit Gelb verwarnt wurde, doch das sollte der letzte Angriff bis zur Pause bleiben. Auf der anderen Seite brachte Ismailow mit einem trockenen Schuss von der Sechzehn-Meter-Linie Lok erneut in Führung (37.).

Ignaschewitsch veränderte die Tiroler Ausgangssituation entscheidend

Nach der Pause stabilisierte sich die Abwehr des FC Tirol, schien der Dampf aus dem Lok-Spiel. Tirol war phasenweise gefährlicher, ein Jezek-Freistoß landete aber an der Stange, den Nachschuss setzte Kirchler über das leere Tor (63.). Ein 35-Meter-Hammer änderte die Ausgangslage vor dem Rückspiel aber schlagartig und war Startschuss für eine Schlussoffensive der Russen. Ignaschewitsch, vier Minuten vorher eingewechselt, jagte eine Freistoß zum 3:1-Endstand ins Kreuzeck. Maminow schoss einen weiteren Freistoß ins Außennetz (86). (APA/red)

  • Lokomotiv Moskau - FC Tirol 3:1 (2:1)
    Saturn-Stadion in Ramenskoje, 14.000 Zuschauer, Schiedsrichter Kim-Milton Nielsen (DEN). Rückspiel: 22. August (Tivoli neu, 20:30 Uhr/live ORF 1)

    Torfolge: 1:0 ( 2.) Lecgetho 1:1 (19.) Kirchler 2:1 (37.) Ismailow 3:1 (79.) Ignaschewitsch (Freistoß)

    Lok Moskau: Nigmatullin - Tschugainow - Sennikow, Nischegorodow - Obradowitsch, Ismailow, Loskow (75. Ignaschewitsch), Maminow, Lecgetho - Pimenow (61. Dschanaschia), Obiorah (72. Busnikin)

    FC Tirol: Ziegler - W. Kogler - Zwyssig, Wazinger, Panis (33. Prudlo) - Ibertsberger, Alfred Hörtnagl, Brzeczek - Kirchler, Gilewicz, Jezek (74. Scharrer)

    Gelbe Karten: Sennikow, Maminow bzw. Gilewicz, Hörtnagl, Jezek

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