Geballte Ladung / Amerikanisches Lied, die Zweite / Zur Sache kommen

7. August 2001, 21:38
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Last-Minute-Tipps für Salzburgs Konzerte

Wie gewohnt, werden die Konzertreihen der Salzburger Festspiele von den geneigten Zuhörern im Sturm genommen. Viele sind ausverkauft, manche nur noch mit Bühnen-oder Restplatzkarten zu besuchen.


Unter der Leitung von Dennis Russell Davies (Radiosymphonieorchester Wien) gibt es heute eine geballte Ladung Neuer Musik für Salzburger Festspielbesucher: Zuerst Friedrich Cerhas wuchtige Klangskulptur "Monumentum für Karl Prantl", dann ein neues Werk von Michael Jarrell für Klavier und Orchester (Solist ist Thomas Larcher). Man darf gespannt sein, was der besonders klangsensible Komponist dieser historisch so ausgenutzten Klangkombination entlocken wird. Es folgt Hans Werner Henzes Violinkonzert Nr. 3 mit Benjamin Schmid und Isang Yuns Orchesterstück "Konturen".
8. 8. Monumentum Radio Symphonieorchester Berlin, Kleines Festspielhaus, 5020 Salzburg, (0662) 80 45-579,
Beginn
20.00

Amerikanisches Lied, die Zweite

Der zweite von vier Abenden, die Bariton Thomas Hampson dem amerikanischen Lied gewidmet hat, beschäftigt sich vor allem mit den Dichtungen Walt Whitmans. Dabei stehen nicht nur Vertonungen von amerikanischen Komponisten wie Ned Rorem oder Leonard Bernstein auf dem Programm, sondern auch von Europäern wie Paul Hindemith (der ein Requiem auf der Basis von Whitmans Lyrik geschrieben hat). Begleitet wird Hampson von Wolfram Rieger am Klavier. Nicht nur, weil der Bariton ganz anders aussieht "As Adam early in the morning" (Ned Rorem), ist für diesen Termin keine Karte mehr zu haben.
12. 8. The Hampson Project, Mozarteum, weitere Termine: 17. u. 22. 8., (0662) 80 45-579. 19.30

Zur Sache kommen

Manchmal hat es geradezu etwas Rührendes, wie Maurizio Pollini versucht, seinem Publikum die Segnungen zeitgenössischer Musik näher zu bringen: Alles beginnt ganz harmlos mit Johannes Brahms' Fantasien op. 116, dann kommen gleich Weberns klassizistisch-strenge Variationen op. 27, danach geht Pollini mit Stockhausens Klavierstücken V und IX zur Sache. Und das Publikum, das brav geklatscht hat, wird anschließend mit Beethovens Klaviersonate in Fis-Dur op. 78 und der "Appassionata" belohnt. Nur noch Bühnenplätze!
14. 8. Klavierabend Pollini, Gr. Festspielhaus, (0662) 80 45-579. 21.00
(wf/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 8. 2001)

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