Lieferanten an die Preiskandare

7. August 2001, 18:36
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Die SPÖ fordert die Ausweitung des Euro-Währungsgesetzes

Wien - Die SPÖ will bei der Euro-Umstellung auch Lieferanten und Groß- und Zwischenhändler an die Kandare nehmen. Als Vehikel soll das Euro-Währungsangabengesetz dienen. Derzeit kann nur gegen Letztverkäufer, die bei der Umstellung die Preise erhöhen, vorgegangen werden.

Erhöhte Einstandskosten

Die Weitergabe erhöhter Einstandskosten durch große Distributoren sei gemäß Euro-Preisgesetz zulässig, kritisierte SPÖ-Konsumentensprecher Johann Maier am Dienstag. Dies gelte auch für ausländische Unternehmen, die in Österreich anbieten, wie Versandhändler. Er forderte die Euro-Preiskommission auf, den Zwischen- und Großhandel in die Überprüfung miteinzubeziehen. Produzenten und Lieferanten, die die Preise erhöhen, aber nicht. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein soll sich dieses Themas annehmen und Maßnahmen auch auf europäischer Ebene vorschlagen. "Diese Preissünder gefährden das Projekt der europäischen Einheitswährung, weil sie zu Missstimmung gegenüber dem Euro führen, und sie gefährden das Wirtschaftswachstum", so Maier.

Massive Kritik übt die SPÖ auch an der gängigen Praxis vieler Gastronomiebetriebe, bereits jetzt auf glatte Euro-Beträge umzustellen, ohne dass der Konsument die extrem unrunden Groschenbeträge (wie 35,78 S) als Wechselgeld zurückbekommt. (rose, DER STANDARD, Printausgabe 8.8.2001)

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