Wehrpflicht in Deutschland

7. August 2001, 18:06
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Grudwehrdienst dauert derzeit zehn Monate

Berlin - Nach Definition der Bundeswehr ist jeder wehrfähige Bürger verpflichtet, Wehrdienst zu leisten. Wehrpflichtig sind Männer vom vollendeten 18. Lebensjahr an. Sie können zum Dienst in der Bundeswehr, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden. Rund 145.000 Männer waren nach Angaben der Bundeswehr im vergangenen Jahr in Deutschland wehrpflichtig.

Die Grundwehrdienstdauer beträgt zurzeit zehn Monate und wird zum 1. Januar 2002 auf neun Monate verkürzt. Es besteht die Möglichkeit der Verpflichtung zu einem weiteren freiwilligen Wehrdienst von zwei bis 13 Monaten. Die Wehrpflicht endet bei ungedienten Wehrpflichtigen mit Beginn des 46. Lebensjahres, bei Offizieren und Unteroffizieren mit Ablauf des 60. Lebensjahres. Im Verteidigungsfall endet sie mit Beginn des 61. Lebensjahres.

Die Bundesrepublik führte die Wehrpflicht auf der Grundlage des Grundgesetzes am 25. Juli 1956 ein. Damit wollte sie die Streitkräfte in der Gesellschaft verankern. Sie knüpft an eine auf die Französische Revolution von 1789 und die Reformzeit in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurückgehende freiheitliche demokratische Tradition an.

Über die Wehrpflichtigen soll die Bundeswehr in engem Kontakt mit der Bevölkerung bleiben. Zudem soll ein Interesse an Sicherheits- und Streitkräftefragen in Politik und Gesellschaft geschaffen werden. Die Wehrpflichtigen sorgen außerdem dafür, dass die Bundeswehr genügend Personal hat. In Einsatzfällen kann die Armee auch auf Wehrpflicht-Reservisten zurückgreifen. (APA/AP)

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