Der erste Postbus in Wien

8. August 2001, 16:46
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Die "Gelben" waren bei EU-weiter Ausschreibung erfolgreich - und fahren nun auf der Linie 80A

Wien - Tatü-Tata - die Post ist da: Die Wiener Linien müssen jetzt nach EU-Recht ihre Subunternehmer europaweit ausschreiben. Und so geschah das auch bei der Betreibersuche für die Buslinie 80A zwischen Praterstern und U3-Station Schlachthausgasse. Das Ergebnis ist allerdings eines, das viele doch einigermaßen verblüffte: Nicht irgendein Billiganbieter aus einem anderen EU-Land dumpte den bisherigen Wiener Platzhirschen Dr. Richard - sondern die Post AG. Seit Montag ist nun ein gelbrotes Gefährt mit der Aufschrift "Post.Bus" zwischen den Bezirken Leopoldstadt und Landstraße unterwegs. Und wird dort die nächsten fünf Jahre pendeln.

"Die Busse sind optisch vielleicht noch ein bisschen gewöhnungsbedürftig", weiß der Wiener-Linien-Sprecher Johann Ehrengruber. "Aber das Erscheinungsbild wird sich in nächster Zeit noch ändern." Die Post sei bei der Ausschreibung jedenfalls eindeutig als Bestbieter ausgestiegen und habe auch alle geforderten Voraussetzungen erfüllt. Beispielsweise, dass ausschließlich Niederflurbusse zum Einsatz kommen.

Der 80A wird vorerst die einzige Linie sein, die von der Post betrieben wird. "Aber im nächsten Jahr kommen sicher wieder ein paar Ausschreibungen", so Ehrengruber. Ob bei denen auch wieder die Post siegreich sein wird, wird sich weisen.

Derzeit 80 Buslinien in Wien

Derzeit sind es 18 Linien, die in Wien von privaten Subunternehmern der Wiener Linien betrieben werden. "Meist in Stadtrandgebieten oder auf Strecken mit niedrigerer Frequenz, die für uns nicht so attraktiv sind", erläutert Ehrengruber. In Summe gibt es in Wien derzeit 80 Buslinien - inklusive der "Night Line" Nachtautobusse.

Jene Linien, die derzeit von den Wiener Linien betrieben werden, müssen im Moment noch nicht europaweit ausgeschrieben werden. Dass dies auch in den nächsten Jahren so bleibt, soll über einen Vertrag zum Öffentlichen Personen-Nahverkehr zwischen der Stadt Wien und den Wiener Linien sichergestellt werden. Dieser Vertrag wird derzeit im Rathaus verhandelt (der Standard berichtete). (Roman Freihsl, DER STANDARD, Print-Ausgabe,07.8.2001)

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