"König der Mundharmonika" verstorben

9. August 2001, 16:49
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Larry Adler starb im Alter von 87 Jahren

London - Der Musiker Larry Adler ist tot. Der "König der Mundharmonika" sei in der Nacht zu Dienstag im Alter von 87 Jahren in Gegenwart seiner vier Kinder im Londoner St. Thomas-Krankenhaus gestorben, teilte seine Literaturagentin mit. "Er war ohne Frage einer der größten Musiker des 20. Jahrhunderts", sagte sein Musikagent Jonathan Shalit. "Larry glaubte, dass die Show immer weiter gehen muss, auch wenn es bedeutete, im Rollstuhl zu spielen." Vor drei Wochen habe er mit ihm noch über eine Konzertreise nach China gesprochen, sagte Shalit. Nach Angaben seiner Literaturagentin war Adler krebskrank, es sei ihm bereits seit vielen Monaten schlecht gegangen.

Vom Pausenfüller zum gefeierten Gershwin-Interpreten

Adler wurde 1914 in Baltimore in den USA geboren und arbeitete in seiner langen Karriere mit so unterschiedlichen Musikern wie George Gershwin und Elton John zusammen. Adler lernte Klavier- und Harmonikaspielen nach Gehör; Noten lesen lernte er erst Jahre später. Als Jugendlicher wurde er von einem Konservatorium verwiesen und riss nach New York aus. Dort spielte er im Kino während der Pausen. Berühmt wurde seine Interpretation des Gershwin-Songs "Rhapsody in Blue" - der Komponist George Gershwin sagte, es klinge so, als habe er das Stück extra für Adler geschrieben.

Adler spielte während des Zweiten Weltkriegs für Soldaten, hauptsächlich in Afrika und im Nahen Osten, und reiste nach der deutschen Kapitulation 1945 nach Berlin. Auf dem Balkon der zerstörten Reichskanzlei Adolf Hitlers spielte er "The Battle Hymn of the Republic". Adler wanderte in den 50er Jahren nach Großbritannien aus, weil er in den USA auf die schwarze Liste des Kommunistenjägers Joseph McCarthy geraten war. Zu Adlers 80. Geburtstag erschien das Album "The Glory of Gershwin". Darauf spielten zahlreiche Musiker, darunter Sting, Meat Loaf, Kate Bush und Sinead O'Connor, Adler zu Ehren Gershwin-Songs. (APA)

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