"Kuckuck"-Kleber in der Freiheitlichen Zentrale

10. August 2001, 10:17
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Rosenstingl-Betrugsaffäre hat späte Folgen

St. Pölten - "Das ist unerhört. Man will die Freiheitlichen anpatzen", ärgert sich Niederösterreichs FP-Landesobmann Ernest Windholz. Seit Montag prangt der "Kuckuck" auf mehreren Bürogeräten in der St. Pöltner Landesparteizentrale, darunter zwei teuren Kopierern: eine Sicherheitspfändung im Auftrag des Mattersburger Anlage- und Kreditunternehmens "Die Bank" wegen einer Forderung über 3,5 Millionen Schilling (254.355 €).

Über diese Summe hatte der derzeit im Gefängnis einsitzende Ex-FP-Abgeordnete Peter Rosenstingl für seine Steuerberatungskanzlei Omikron ein Darlehen aufgenommen. Nach Auffliegen des 113 Millionen Schilling schweren Betrugsskandals um Rosenstingl konnte die FP mit den involvierten Banken einen Generalvergleich abschließen.

Seither sei die Partei "allen Verpflichtungen pünktlich nachgekommen", schwört Windholz und findet das Vorgehen der Bank "völlig unerklärlich". Während ein Insider vermutet, dass der zu geringe Erlös aus der Versteigerung von zwei Wohnungen aus FP-nahem Genossenschaftsbesitz zur Pfändung geführt hat.

"Viel Wind um relativ wenig" werde hier gemacht, meint indes "Die Bank"-Vorstandsdirektor Wolfgang Bauer. Die FP-Pfändung sei notwendig geworden, weil "die Frage der Darlehensbürgschaft noch gerichtsanhängig ist". (bri/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. August 2001)

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