Deutsche Globalisierungsgegner klagen Italiens Polizei

7. August 2001, 15:49
posten

Wegen Misshandlungen und Tortur in der Polizeistation

Rom/Genua - Fünf deutsche Globalisierungsgegner, die bei den Krawallen beim G-8-Gipfel in Genua festgenommen worden waren, haben am Dienstag die italienische Polizei wegen Misshandlungen geklagt. Nach Angaben ihres Rechtsanwalts, Michael Hoffmann, waren seine Mandanten bei der Razzia im Hauptquartier des "Genoa Social Forum", dem Dachverband der pazifistischen Globalisierungsgegner, in Genua festgenommen und in die Polizeistation Bolzaneto gebracht worden. Hier seien die Deutschen - vier Studentinnen und ein Student aus wohlhabenden Familien - geschlagen worden.

Mandanten noch immer "schwer schockiert"

Der Rechtsanwalt berichtete italienischen Medien, seine Mandanten seien wegen der Behandlung in der Polizeistation immer noch schwer schockiert. Sie befinden sich derzeit in der Strafanstalt von Voghera, wo auch die Aktivistinnen der "VolxTheaterKarawane" inhaftiert sind. Er habe Klagen gegen die Polizei wegen schweren Misshandlungen, Tortur und unbegründete Einschränkung der persönlichen Freiheit eingereicht. Laut Hoffmann könnte auch die Staatsanwaltschaft von München, der Stadt, aus der seine Mandanten stammen, eine Untersuchung über die Vorfälle in Genua eröffnen.

"Wir sammeln Beweise, um einzelne Polizisten zu belasten", sagte Hoffmann bei einer Pressekonferenz der Rechtsanwälte des "Genoa Social Forum" am Dienstag in Genua. Der Verteidiger bemängelte, dass den Vertretern der deutschen Botschaft der Zugang zu den Strafanstalten erschwert worden sei, in die deutsche Globalisierungsgegner gebracht wurden. (APA)

Share if you care.