Einsatz für inhaftierte Schriftsteller und Journalisten

7. August 2001, 15:11
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Hermann Kesten-Medaille für Harold Pinter

Wiesbaden/Darmstadt - Der englische Dramatiker Harold Pinter erhält die mit 20.000 Mark (10.226 Euro/140.711 S) dotierte Hermann Kesten-Medaille. Das gab Kunstministerin Ruth Wagner am Dienstag in Wiesbaden bekannt. Mit dem Preis würdigt das deutsche Pen-Zentrum in Darmstadt zusammen mit dem Land Hessen Persönlichkeiten, die sich für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten einsetzen.

Pinter wurde 1930 in London geboren und veröffentlichte mit 20 Jahren seine ersten Gedichte. Heute gilt der Autor als bedeutendster englischer Dramatiker der Gegenwart. Seit Beginn der 80er Jahre setzt er sich für verfolgte Kollegen in aller Welt ein, indem er Reisen für sie organisiert, an Demonstrationen teilnimmt oder Briefe an Botschaften und Präsidenten der betroffenen Länder schreibt.

Nach Darstellung des deutschen Pen-Präsidenten Said wurden allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres weltweit mehr als 700 Schriftsteller bedroht, verfolgt, entführt oder getötet. Besonders schlimm sei die Lage in China, im Iran und in der Türkei. Die Kesten-Medaille wird alljährlich vergeben. Zuletzt erhielt sie der kroatische Verleger Nenad Popovic. Die Verleihung an Pinter ist für den 18. November im Berliner Ensemble geplant. (APA)

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