Palästinenser fordern Auslieferung von israelischen "Terroristen"

7. August 2001, 14:45
2 Postings

Namensliste wurde bereits übergeben

Gaza/New York - Die palästinensische Führung hat die Auslieferung von 60 Israelis gefordert, die in Anschläge auf Palästinenser verwickelt sein sollen. Den israelischen Behörden sei bereits vor drei Wochen im Beisein eines US-Vertreters eine entsprechende Namensliste übergeben worden, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA am Dienstag unter Berufung auf Informationsminister Yasser Abed Rabbo.

Die angeführten Israelis gehören laut WAFA zwei Gruppen von radikalen jüdischen Siedlern an, die mit Unterstützung des Inlandsgeheimdienstes Shin Beth Anschläge auf palästinensische Zivilisten verübt hätten. Die Gesuchten müssten wegen "Morden" und "terroristischen Akten" vor ein internationales Kriegsverbrechertribunal gestellt werden, sagte Rabbo.

Wiederbelebung des Mitchell-Friedensplans

Die Palästinenser-Regierung hat sich mit der Bitte um ein stärkeres Engagement der USA zur Wiederbelebung des Mitchell-Friedensplans an die US-Regierung gewandt. Der diplomatische Vertreter der PLO in den USA, Hassan Abdel Rahman, teilte am Montagabend mit, in Briefen an Präsident George W. Bush und Außenminister Colin Powell habe die Palästinenserführung erneut auf die Dringlichkeit der Entsendung von Beobachtern verwiesen. Der Bericht der vom ehemaligen US-Senator George Mitchell geleiteten Untersuchungskommission fordert einen sofortigen israelischen Siedlungsstopp in den besetzten Gebieten.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte die israelische Politik der gezielten Tötung mutmaßlicher palästinensischer Extremisten. Annan sei "zutiefst beunruhigt über die Tatsache, dass Israel nach wie vor seine Streitkräfte einsetzt, um vorher ausgewählte Palästinenser vorsätzlich zu töten", heißt es in einer Erklärung des Generalsekretariats. Dies verletze die Menschenrechte ebenso wie rechtliche Grundsätze und heize die gefährliche Situation weiter an.(APA/Reuters/AP)

Share if you care.