FC Tirol hofft auf das große Geld

7. August 2001, 21:35
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Die Schulden der letzten Jahre sollen mit einem Schlag getilgt werden

Moskau - Mit dem Hinspiel gegen Lok Moskau beginnt für den FC Tirol am Dienstag nicht nur der Kampf um den Einzug in die Champions League, sondern auch um eine rosige finanzielle Zukunft. Manager Robert Hochstaffl spekuliert hoffnungsfroh mit den Champions League-Millionen. Auch die Finanzierung von Patrick Jezek wäre dann kein Problem mehr.

Hochstaffl spricht offen davon: "Die Champions League wäre ein Segen für den Klub. Aber auch bei einem Scheitern in der Qualifikation geht die Welt nicht unter, dann werden wir uns auf den UEFA-Cup konzentrieren." Ohne Nebengeschäfte, wie Merchandising usw., rechnet Hochstaffl bei einer Qualifikation mit Einnahmen zwischen 75 und 80 Millionen Schilling. Damit wären sämtliche Verbindlichkeiten - kolportierte 50 Millionen Schilling - mit einem Schlag getilgt.

"Revolutionäres Finanzierungsmodell"

Präsident Martin Kerscher kündigte unterdessen an, in den nächsten Wochen ein revolutionäres Finanzierungsmodell für den FC Tirol zu präsentieren. "Damit wäre Spitzenfußball in Tirol langfristig gesichert." Er bekennt zwar, dass der Klub in den vergangenen Jahren mehr ausgegeben als eingenommen hat, verspricht aber alle Verbindlichkeiten "auf Heller und Pfennig" zu bezahlen.

Dazu gehören auch die 15 Millionen Schilling, die aus der Rückholaktion von Patrick Jezek von der Wiener Austria zum FC Tirol noch offen sind. Kerscher und sein Manager verstehen die diesbezügliche Aufregung bei den Wienern nicht. Kerscher betont, dass ein Wechsel ausgestellt wurde, "aber nicht an die Austria, sondern an Magna, denn da haben wir die Verbindlichkeiten. Gleichzeitig haben wir um einen Zahlungsaufschub von 14 Tagen gebeten, was uns zugesagt wurde." Derzeit fehlt dem FC Tirol jedenfalls das Cash für den tschechischen Stürmer. Mitte August soll aber alles erledigt sein. Und Kerscher gibt sich cool: "Sollten sie sich an diese Zusage nicht halten, sollen sie uns halt klagen. Aber bis die Klage spruchreif ist, ist Jezek längst bezahlt."

Hochstaffl vermutet hinter der Austria-Aufregung sogar etwas anderes: "Man sieht in Wien, dass man uns sportlich nicht das Wasser reichen kann. Aber mit einem Wirbel uns aus dem Konzept bringen zu wollen ist ein untaugliches Mittel." Ohne die erhofften Champions League-Millionen geht aber wohl die finanzielle Gradwanderung beim FC Tirol weiter, auch wenn Kerscher betont, er könne trotzdem sehr gut schlafen.(APA)

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