"Stillegung kommt nicht in Frage"

7. August 2001, 14:01
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Für das tschechische Innenministerium ist das keine Alternative

Temelin - Anna Starkova, Sprecherin des tschechischen Industrieministeriums, das für die Energiepolitik zuständig ist, schloss die Möglichkeit einer Stilllegung Temelins indes völlig aus. Diese Alternative komme nicht in Frage. "Glauben Sie den Technikern, gewähren Sie ihnen die Zeit", betonte Starkova.

Hezoucky wollte ausdrücklich keinen genauen Termin für die Wiederaufnahme des Probelaufs geben. "Ich kann Ihnen keinen genaueren Termin sagen, als ich schon gesagt habe. Wir machen alles so, dass der Betrieb sicher ist" sagte Hezoucky gegenüber der APA. Der Temelin-Direktor schloss gleichzeitig nicht aus, dass man die Turbine in der nächsten Zeit wieder abschalten werden müsse. "Es ist möglich, dass die Turbinen-Ingenieure noch Details anpassen müssen", betonte Hezoucky. Den Beginn des kommerziellen Betriebes des Atomkraftwerkes erwartet der Temelin-Direktor um die Jahreswende, vielleicht auch erst im Februar 2002.

Hezoucky bestätigte außerdem Berichte, wonach die Lieferantenfirmen eine Geldstrafe an den tschechischen Energiekonzern CEZ in der Höhe von 600 Mill. Kronen (17,7 Mill. Euro/243 Mill. S) wegen der Verspätung bei der Inbetriebnahme Temelins zahlen müssen.

Hezoucky dementierte aber kategorisch die Informationen, dass die Betonplatte unter der Turbine gebrochen sei: "Dies ist aus der Luft gegriffen!" Gleichzeitig räumte er aber "gewisse Bewegungen" der Platte ein. "Auch wenn sie ein Diktiergerät auf den Tisch legen, wird der Tisch sich ein bisschen durchbiegen", sagte Hezoucky. Auf eine Journalistenfrage, ob man in Temelin die deutschen Sicherheitsstandards erfüllen könne, antwortete der Direktor: "Alles ist möglich, entscheidend ist aber, ob dies irgendwelchen Sinn haben würde." Er betonte weiters, dass kein einziges französisches oder britisches Atomkraftwerk den deutschen Sicherheitsnormen entsprechen würde.

Der nunmehr geplante Probebetrieb in Temelin sieht noch vier Etappen vor: Die Leistung soll stufenweise von 55 Prozent der Reaktorleistung auf 75, 90 und schließlich 100 Prozent gesteigert werden. Der technische Temelin-Direktor Jiri Wagner sagte: "Wir schaffen es, in aller Welt braucht man für das Anfahren eines Atomkraftwerks 80 Starts und zwei Jahre Zeit. Wir haben viel weniger zu Verfügung", betonte Wagner. (APA)

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