Ikea Österreich will weiter wachsen

7. August 2001, 13:53
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Kräftiger Umsatzanstieg - Expansion wird trotz stagnierenden Marktes fortgesetzt - Servicangebot verbessert

Wien - Das schwedische Möbelhaus Ikea hat im fast abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/01 (per Ende August) trotz genereller Flaute am heimischen Möbelmarkt kräftig zugelegt. Der Umsatz in Österreich stieg - nicht zuletzt durch den neuen Ikea in Innsbruck - um 18 Prozent auf 4,9 Mrd. S (356 Mill. Euro), erklärte Geschäftsführer Urs Meier, am Dienstag in einer Pressekonferenz in Wien. Ikea ist hinter den Marktführern Kika/Leiner und Lutz die Nummer 3 im Markt und mit einem Marktanteil von rund 8 Prozent. Im kommenden Geschäftsjahr soll der Umsatz um rund 10 Prozent auf 5,3 Mrd. S ausgeweitet werden.

Markt stagniert

Der österreichische Möbelhandel wird 2001 laut ACNielsen nur um 0,2 Prozent auf 51,3 Mrd. wachsen. Auch für nächstes Jahr rechnen die Experten mit einer Stagnation der Umsätze. Wachsen werden laut einer aktuellen Studie von RegioPlanConsulting nur die Flächen, was angesichts der hohen Konzentration im Markt den Preisdruck noch erhöhen und so zu einem weiteren Rückgang der Quadratmeterumsätze und der Rendite führen wird. RegioPlan erwartet daher, dass der Konzentrationsgrad noch steigen wird.

Weitere Expansion

Ikea will dennoch weiter wachsen und ausbauen. Im Oktober steht die Eröffnung des neu gebauten Ikea Graz auf dem Plan. Dort wird mit einem Investitionsvolumen von 630 Mill. S die Grundfläche von bisher 14.000 m2 auf 26.000 m2 ausgebaut. Auch für den größten Ikea-Standort in Österreich, in Vösendorf bei der Shopping City Süd (SCS), steht ebenfalls ein Umbau an. Ab August 2002 soll die gesamte Nutzfläche von rund 26.000 auf 37.600 m2 ausgebaut werden, die Verkaufsfläche von 12.000 auf 18.600m2. Die schwierige Parksituation soll mit einem dreigeschoßigen Parkdeck entschärft werden. Im Frühjahr 2003 wird der neue Ikea Salzburg seine Pforten öffnen. Im selben Jahr soll auch der Neuabau des Ikea in Haid bei Linz fertiggestellt, so Meier.

Insgesamt werde so in den kommenden drei Jahren die Gesamtfläche der derzeit fünf - mit Salzburg dann sechs - Ikea um 30.000 m2 bzw. ein Drittel erweitert und in Summe rund 3 Mrd. S investiert. Ein weiterer Standort in Wien West wird derzeit gesucht.

"Keine Wartezeiten"

Mit den Ausbauten soll es auch gelingen die Warteschlangen in den bis dato aus allen Nähten platzenden Häusern zu entlasten. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass es keine Wartezeiten mehr gibt, weder an der Kasse, noch sonst irgendwo," kündigte der Ikea-Geschäftsführer an. Zudem soll das Liefer- und Montageservice auf 24 Stunden (Kernzeit von Montag bis Freitag von 8 bis 23 Uhr, Samstag von 8 bis 14 Uhr) an 7 Tagen pro Woche ausgebaut werden.

"Seltsame unrunde" Euro-Preise

Im neuen Ikea-Katalog, der ab 13. August 2001 aufliegt bzw. ausgeschickt wird, werden die Preise bereits in erster Linie in Euro angegeben, die Schillingpreise daneben in Klammer. 60 Prozent der Artikel seien 1:1 umgerechnet worden, obwohl dadurch seltsame unrunde Preise entstünden. Die übrigen 40 Prozent von Top-Sellern, auf die 80 bis 90 Prozent des Umsatzes entfielen, seien im Schnitt um 2,7 Prozent verbilligt worden, so Meier. (APA)

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