Rauchgase und Hitzeschock töteten die Urlauberfamilie

7. August 2001, 13:51
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Identität der Familie aus Holland geklärt - Retter erhebt Vorwürfe wegen unterlassener Hilfeleistung

Graz - Die Identität der Toten sei endgültig geklärt, gab Staatsanwalt Peter Hödl im Zuge der Pressekonferenz bekannt. Laut den sichergestellten Reisepässen handelt es sich um eine Familie aus Heteren im Süden der Niederlande, ein Ehepaar, 45 und 46 Jahre alt, sowie ihre drei acht bis 18 Jahre alten Töchter. Die einzige Überlebende, die elf Jahre alte Ymke, überlebte den Horrorunfall schwerst verletzt.

Rauchgasvergiftung und Hitzeschock

Wie Hödl unter Berufung auf die gerichtsmedizinische Obduktion weiters mitteilte, waren alle ums Leben gekommenen Insassen an Rauchgasvergiftung und Hitzeschock gestorben, d.h. die Verletzungen infolge des Zusammenpralls waren nicht tödlich gewesen. Beim Fahrzeug der Familie handelte es sich um einen Kombi mit drei Sitzreihen und einem Zeltanhänger, auf dem Fahrräder angebracht waren. Eine Propangasflasche, die sich im Anhänger befunden hatte, blieb unversehrt.

150 Autos im Tunnel

Zum Zeitpunkt der Unglücks hatten sich laut ÖSAG rund 150 Kfz im 8,3 Kilometer Tunnel befunden. Vier Autos, die sich nahe am Unfallort befanden, waren - korrekt, wie betont wurde - von den Fahrzeuginsassen verlassen worden. Alle anderen Lenker wendeten ihre Kfz und fuhren über das Nord- bzw. das Südportal aus dem Tunnel aus. Dies war deshalb möglich, weil sich unter den Autos keine Schwerfahrzeuge befanden. Unmittelbar nach der Auslösung des Brandmelders um 15.21 Uhr schalteten die Portal- und auch die Abschnittsampeln automatisch auf rot, so dass kein weiterer Verkehr zufahren konnte.

Unterlassene Hilfeleistung

Jener hinter dem holländischen Wagen gefahrene Lenker, der das brennende Kind mit den bloßen Händen gelöscht hat, wollte zu den dramatischen Situation keine Auskunft geben. Über die Exekutive ließ er mitteilen, dass er verärgert sei, dass mehrere andere Autolenker, ohne Hilfe zu leisten, weitergefahren seien. Der Retter, ein ehemaliger Feuerwehrmann aus dem Bezirk Weiz, war bei seiner Aktion selbst verletzt worden. Er war selbst in Atemnot gekommen und hatte das Mädchen zurücklassen müssen, das dann von den Einsatzteams geborgen wurde. (APA)

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