Opposition fordert Infrastuktur-Sicherung am Land

7. August 2001, 13:47
posten

SPÖ verlangt Infrastrukturmilliarde vom Bund - Grüne wollen Qualitätsstandards und Bund-Länder-Finanzierung

Wien - Nachdem der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG am Mittwoch ein Grobkozept für die Schließung von etwas mehr als 700 der insgesamt 2.300 österreichischen Postämter absegnen soll, verlangt die SPÖ nun die Unterstützung von Bund und Ländern zur Sicherung der Postservicestellen in den ländlichen Gebieten. "Die Zeit ist wirklich mehr als reif für eine Infrastrukturmilliarde für die Gemeinden", so die SPÖ-Nationalratsabgeordnete Beate Schasching am Dienstag in einer Presseinformation.

"Verlust der Unabhängigkeit"

Mit dem Postamt drohe für viele Orte auch das letzte Stück Unabhängigkeit verloren zu gehen. "Die Gemeinden, die ihr Postamt behalten wollen, werden gegen die von der Generaldirektion angekündigten Einsparungen auftreten müssen," meint die SPÖ-Abgeordnete, die gleichzeitig dafür eintritt, dass die gemeinsam mit der Post alle Möglichkeiten für weitere Zusammenarbeit prüfen. Ob allerdings Alternativmodelle der Post - wie zum Beispiel Postpartnerschaften mit Greißler, die dann die Postversorgung übernehmen - in der Praxis ebenso gut funktionieren wie am Papier, bezweifelt Schasching.

Grüne: Festlegung von Qualitätsstandards

Der Klubobmann der oberösterreichischen Grünen, Rudi Anschober, sprach sich am Dienstag ebenfalls für ein umfassendes Konzept zur Sicherung der ländlichen Infrastruktur aus. Er verlangte die Festlegung von Qualitätsstandards für die Infrastruktur und Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über die Finanzierung dieser Standards.

Scharfe KPÖ-Kritik

Gezielte Kritik an der geplanten Postämterschließung kam am Dienstag von der KPÖ: "Mit dem Argument der Nichtprofitabilität ist heute offenbar alles möglich. Welche Auswirkungen solche Entscheidungen haben, kümmert die gut bezahlten Manager nicht", meinte KPÖ-Vorsitzender Walter Baier in einer Presseinformation. (APA)

Share if you care.