Impfstoff gegen die gefährliche Tropenkrankheit Leishmanieninfektion

7. August 2001, 13:13
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Zielt auf den Speichel des Insekts ab

Bethesda - Forscher des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) haben einen Impfstoff gegen die gefährliche Tropenkrankheit Leishmanieninfektion entwickelt. Die Ansteckung findet über einen Parasiten statt, der durch den Biß der Sandfliege übertragen wird. Der neue Impfstoff gegen einen Bestandteil des Speichels der Fliege wurde jetzt erfolgreich an Mäusen getestet, berichtet das Journal of Experimetal Medicine.

Der neue Impfstoff zielt nicht auf den verantwortlichen Parasiten ab, sondern auf den Speichel des Insekts, das den Parasiten überträgt. Der Wissenschaftler José Ribeiro hatte zuvor nachgewiesen, dass Labortiere, die durch den Speichel der Sandfliege immunisiert waren, großteils bei einem späteren Biß durch ein krankheitsübertragendes Insekt nicht infiziert wurden. Jetzt untersuchte das Team den Speichel des Überträgers von Leishmania major. Die Forscher identifizierten mit SP15 jenes Protein, das das Ziel der natürlichen Immunreaktionen der Mäuse zu sein scheint. In der Folge wurde das Protein für die Suche nach dem zugrundeliegenden Gen eingesetzt.

Nach der Identifizierung des SP15 Gens wurde ein DNA-Impfstoff für die Immunisierung der Mäuse entwickelt. Wurde den immunisierten Mäusen später L. major Parasiten und Fliegenspeichel injiziert, verlief die folgende Infektion deutlich leichter als bei der Kontrollgruppe. Die immunisierten Tiere zeigten deutlich kleinere Hautwunden. Ihre Infektion verschwand innerhalb von sechs Wochen. Menschen werden laut Ribeiro immer wieder von infizierten Sandfliegen gestochen, ohne dass sie erkranken. "Es könnte sein, dass eine Infektion einfach auf Pech zurückzuführen ist. Die Betroffenen werden von einer parasitentragenden Fliege gestochen, bevor eine nicht infizierte Fliege sie auf natürlichem Weg immunisieren konnte."

Von der Leishmanieninfektion sind weltweit rund zwölf Mio. Menschen vor allem in tropischen Ländern und Wüstenregionen betroffen. Zu den Symptomen gehören Rachen- und Mundinfektionen, Hautwunden und fallweise ein tödlicher Parasitenbefall der inneren Organe. (pte)

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