Krebszellen für Forschungszwecke ins Weltall

7. August 2001, 19:32
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In der Schwerelosigkeit sollen dreidimensionale Tumorzellen wachsen

Tampa - Bei seiner nächsten Mission zur Internationalen Raumstation ISS am 9. August hat das Discovery Shuttle erstmals Krebszellen für Forschungszwecke der NASA und der Medizinischen Fakultät der University of South Florida an Bord. Zwei Wochen lang sollen sich die Zellen in der Schwerelosigkeit zu dreidimensionalen Zellhaufen entwickeln. Deren Eigenschaften ähneln den Tumoren im menschlichen Körper weit mehr als jene Zellkulturen, die in Petrischalen nur zweidimensional gezüchtet werden können.

Anhand der dreidimensionalen Zellhaufen wollen die Forscher neue Therapieansätze auf ihre Wirksamkeit untersuchen. Werden künstlich gezüchtete Tumorzellen dem Einfluss von Medikamenten ausgesetzt, hängt ihre Reaktion erheblich davon ab, wie die Zellen gewachsen sind. Während etwa flache Zellkulturen aus der Petrischale durch Chemotherapie zerstört werden können, zeigen sich dreidimensionale Zellhaufen der gleichen Art gegenüber toxischen Einflüssen teilweise resistent. Die verbleibenden Zellen wachsen weiter und spiegeln dieselben Eigenschaften wider wie Tumoren von Patienten, bei denen eine Chemotherapie fehlgeschlagen ist.

Bislang züchteten die Forscher dreidimensionale Zellen in einem so genannten RWV- (Rotating Wall Vessel) Bioreaktor, in dem ein nahezu gravitationsfreier Raum erzeugt werden kann. Die Forscher hoffen jedoch, dass die Krebszellen im Weltraum zu größeren und weitaus differenzierteren Zellhaufen entwickeln, als das im RWV-Bioreaktor möglich ist. In das Experiment werden neben Nieren-, Darm- und Eierstockkrebszellen auch neuroendokrine Zellen einbezogen. (pte)

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