"Pflicht zur Solidarität mit Völkern"

7. August 2001, 13:07
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UNESCO- Generaldirektor: Regierungen sollen Tag der indigenen Völker national begehen

Paris - Der Generaldirektor der Erziehungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen (UNESCO), Koichiro Matsuura, hat die Regierungen dazu aufgefordert, den internationalen Tag der indigenen Völker auf nationaler Ebene zu begehen. Mit der Proklamation der internationalen Dekade der indigenen Völker im Jahr 1994 und der Festlegung eines Jahrestages am 9. August habe die UNO daran erinnert, dass "wir die Pflicht zur Solidarität mit diesen Völkern haben", erklärte Matsuura in einer Aussendung der Organisation am Montag.

Entwicklungsstrategien müssen sowohl die in jeder Kultur zugrundeliegenden Werte als auch die Individualrechte berücksichtigen, forderte Matsuura. Es müsse ein Rahmen geschaffen werden, in dem Entwicklung Integration fördere und Institutionen Platz für alle schaffen. "Die indigenen Völker symbolisieren die kulturelle Vielfalt, den größten Schatz der Menschheit", sagte Matsuura. Mit Hilfe von traditionellem Wissen könnten Lösungen für die Zukunft gefunden werden. Die neuen Technologien müssten dazu genutzt werden, den indigenen Völkern mehr öffentliche Präsenz zu verschaffen, so der UNESCO-Chef. 300 Millionen Indigene leben weltweit in mehr als 70 Staaten auf allen Kontinenten und gehören mehr als 5000 Kulturen an. (APA)

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