"Tatort"-Krimi nach einem Drehbuch von Felix Mitterer

7. August 2001, 12:54
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"Elvis lebt" - Besuch bei den Dreharbeiten

Am Haimingerberg in Tirol wird eine Beisetzung gedreht. Die Szene basiert auf einer wahren Begebenheit: Für großes Aufsehen sorgte 1982 der Fall von Pius Walder, der in Tirol von Jägern erschossen wurde. Unter der Regie von Peter Sämann fällt nun bereits die vierte Klappe der Szene, man hört Schimpfwörter. Erst stimmt das Licht nicht, dann blöken die Schafe, und schließlich fährt auch noch ein Traktor vorbei. Doch die Darsteller behalten trotz vorgeschriebener Begräbnisstimmung und professioneller Hektik ihre Laune. Noch bis 24.August wird in Tirol "Elvis lebt" gedreht, nach "Passion" und "Böses Blut" der dritte "Tatort"-Spin-off von Felix Mitterer. Die APA besuchte die Dreharbeiten.

Neue Assistentin Roswitha Szyszkowitz

Seit 1999 ist der Schauspieler Harald Krassnitzer als Inspektor Moritz Eisner in "Tatort"-Diensten. Nach Sophie Rois hat er nun mit Roswitha Szyszkowitz eine neue Assistentin an seiner Seite. Von einer wunderbaren, humorigen Zusammenarbeit schwärmt der ehemalige "Bergdoktor" und beruft sich auf die "gemeinsame Vergangenheit" am Wiener Volkstheater und in Saarbrücken: "Das ist doch eine hervorragende Voraussetzung fürs Gelingen" meint er. Szyzkowitz bedauert, dass sie im Film nicht zum Schießen kommt: "Ich ziehe ständig, aber er stoppt mich: gemach, gemach!". Trotzdem freut sie sich über ihre "selbstbewußte und schneidige" Figur. Die Beziehung zwischen den beiden wird in den 90 Minuten nicht amourös belastet, meint Krassnitzer. Regisseur Sämann betont die Aktualität des Films: Recherchen hätten ergeben, dass in Tirol immer noch aus Ehre gewildert wird.

Szyszkowitz spielt die junge Polizeioffizierin Stefanie Gschnitzer, die - frisch von der Schule - den ersten Fall bei der Innsbrucker Mordkommission übernimmt: Ein Mitglied einer notorischen Wildererfamilie, Richard Stecher (Hannes Spiss), wurde tot aufgefunden - vom Bürgermeister (Anton Pointecker), seinem Sohn (Martin Flür) und dem Jagdaufseher (Elmar Drexel) erschossen, durch einen glatten Schuss in den Hinterkopf. Die Indizien sprechen für Notwehr. Die Brüder (Gregor Bloeb und Guntram Brattia) des Opfers sprechen dagegen von kaltblütigen Mord. Denn sie, die nicht aus Bedürftigkeit sondern aus Ehre wildern, halten den 16. August den Todestag von Elvis Presley, und nun auch ihres Bruders, heilig. Da wäre Richard nie wildern gegangen, behaupten sie. Nachdem die Staatsanwaltschaft keine Anklage erheben will, und die Stecher-Brüder weiterhin auf Rache sinnen, bittet Stefanie Gschnitzer ihren Ausbilder, den Chefinspektor Moritz Eisner (Krassnitzer), um Hilfe. Der taucht als Jagdgast auf und ermittelt undercover.

Gregor Bloeb, der Elvis auch privat "nicht schlecht findet", erklärt im Gespräch die Stecher-Brüder trotz "all ihrer Wildheit" zu liebenswerten Menschen, die nur für ihr Recht kämpfen. In seiner Jugend habe er auch einmal eine Hasen geschossen - allerdings mit Pfeil und Bogen.

"Elvis lebt" mit Krassnitzer, Szyszkowitz, Gundula Rapsch, Gregor Bloeb, Guntram Brattia und Fini Bloeb läuft voraussichtlich am Sonntag, 2. Dezember 2001, 20.15 Uhr, auf ORF 2. (APA)

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