Immofinanz sichert sich mit Wandelanleihe Finanzierung

7. August 2001, 13:31
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Vorstandschef Petrikovics: Expansionkurs wird fortgesetzt

Wien - Die Immofinanz Immobilien Anlagen AG, Österreichs größte börsenotierte Immobiliengesellschaft, begibt erstmals eine Wandelanleihe und sichert sich damit eine günstige Finanzierung. Die Anleihe im Volumen von 100 Mill. Euro (1,38 Mrd. S), die von 8. bis 30. August d.J. bezogen werden kann, bringt der Immofinanz in der 7-jährigen Laufzeit gegenüber einer herkömmlichen Bankenfinanzierung eine Zinsersparnis von 80 bis 100 Mill. S. Die Anleger können sich über eine garantierte Bruttorendite von 4,34 Prozent freuen. Die zu je 1.000 Euro gestückelten Anleihen mit 4 Prozent Nominalverzinsung im Jahr werden zu einem Ausgabepreis von 980 Euro ausgegeben und sollen ab 5. September im Amtlichen Handel der Wiener Börse notieren. Im August 2008 kann jede Anleihe in 150 neue Immofinanz-Aktien gewandelt werden. Die Dienstag mittag bei 5,29 Euro liegenden Aktien sollen auch künftig 8 bis 10 Prozent Wertsteigerung im Jahr aufweisen, erwartet Immofinanz-Vorstandschef Karl Petrikovics.

Auf Basis der Anlegerrendite der Immofinanz in den vergangenen 12 Monaten von 10,26 Prozent hätte die Anleihe eine Rendite von 9,89 Prozent vor Kapitalertragsteuer (KESt) erzielt, rechneten Petrikovics und Vorstandsdirektor Norbert Gertner vor. Gemessen an den letzten 3 bzw. 5 Jahren wären es immer noch 8,54 bzw. 7,96 Prozent Rendite (vor KESt. Nach KESt komme dies einer Anleihe-Rendite von 9,03 bzw. 7,64 oder 7,05 Prozent gleich, entsprechend 12,04 bzw. 10,19 oder 9,40 Prozent nach Steuern. Privatstiftungen, die auf den Kupon statt 25 nur 12,5 Prozent KESt berappen müssen - der Kursanstieg der Anleihe ist nach Ablauf der 1-jährigen Spekulationsfrist generell steuerfrei -, ist die Anleihe-Rendite noch um etwa 0,45 Prozentpunkte höher.

Günstige Finanzierung

Der Immofinanz bringt die Anleihe eine günstige Finanzierung. Zur Banken-Refinanzierung als Alternative, laut Petrikovics aktuell 5,06 Prozent (SWAP auf 7 Jahre), kämen nämlich noch 0,8 Prozent Kreditgebühr und 1,1 Prozent Hypotheken-Eintragungsgebühr. Über die 7 Jahre Laufzeit der Anleihe würde dies 0,33 Prozentpunkte im Jahr plus Banken-Marge entsprechen. Mit der Anleihe-Variante spare man umgelegt auf das aktuelle Zins- und Kursniveau ein Prozent, so Gertner.

Weichen stehen weiter auf Expansion

Die Immofinanz hat ihre Weichen weiter auf Expansion gestellt. Im Geschäftsjahr 2001/02 (per Ende April) sollen die Immobilien-Werte von 11,91 Mrd. S beim letzten Ultimo auf 14,5 Mrd. S (1,054 Mrd. Euro) steigen, die auf zuletzt 83 Immobilien verteilte Nutzfläche von 703.582 m2 auf 930.000 m2, sagte Vorstandsdirektor Norbert Gertner am Dienstag vor Journalisten.

Derzeit finden sich noch über 80 Prozent der Nutzflächen in Wien, schon mehr als 14 Prozent im Ausland, der Rest in den Bundesländern. Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre plant die Immofinanz wie im Frühjahr angekündigt allein 7 Mrd. S Investitionen im Ausland. Damit sollen die gesamten Immobilien-Investitionen der Gruppe auf 20 Mrd. S klettern. 4 der 7 Mrd. S sind für Westeuropa und die USA, 3 Mrd. S für EU-Beitrittskandidaten in Osteuropa gedacht.

Riesen-Kapitalmaßnahme

Erst im Mai hat die Immofinanz eine Riesen-Kapitalmaßnahme im Volumen von 2,6 Mrd. S abgeschlossen, die bis dahin mit Abstand größte Emission an der Wiener Börse in diesem Jahr. Durch diese Kapitalerhöhung stieg die Zahl der lieferbaren Immofinanz-Aktien um rund 37,3 Mill. auf etwa 111,88 Mill. Stück. Bereits vor dieser Kapitalmaßnahme, durch die sich die liquiden Mittel auf 3 Mrd. S erhöhten, zählte die Immofinanz AG mehr als 20.000 Aktionäre.

In der HV am 18. Juni hat sich die Immofinanz AG eine weitere Ermächtigung zu einer Kapitalerhöhung geholt. Demnach darf sie binnen fünf Jahren das Grundkapital um bis zu Nom. 58,076 Mill. Euro oder um die Hälfte auf bis zu 174,228 Mill. Euro (2,397 Mrd. S) anheben. (APA)

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