Software korrigiert Fehler beim Highspeed-Lasergravieren

8. August 2001, 10:30
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Innovation der oberösterreichischen Firma "Trotec"

Wien - Mechanische Unzulänglichkeiten von Maschinen oder Messinstrumenten werden immer häufiger durch intelligente Software ausgeglichen. Eines der bekanntesten Beispiele ist die so genannte Computerbrille - eine Computer-Software - welche dem falsch geschliffenen Spiegel des Weltraumteleskops "Hubble" verpasst wurde. Nach einem ganz ähnlichen Prinzip konnte die oberösterreichische Firma "Trotec" ihre Lasergravieranlagen deutlich beschleunigen. Das Forschungsvorhaben wurde vom Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) und vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) unterstützt.

Die Vorschubgeschwindigkeiten - wie schnell sich der Laser über das zu gravierende Material bewegt - ist entscheidend für die Produktivität eines Unternehmens. Da der Laserstrahl mechanisch geführt wird, kann die Geschwindigkeit nicht beliebig gesteigert werden. Ab einem bestimmten Wert kommt es bei der präzisesten Mechanik zu Unzulänglichkeiten und Verzerrungen, das Ergebnis ist ein fehlerhaftes Gravurbild.

Genau hier hakt die Software von Trotec ein. Sie berücksichtigt die fehlerhafte Mechanik und entwirft dafür ein mathematisches Modell für eine bestimmte - eigentlich überhöhte - Geschwindigkeit der Maschine. Das korrigierte Bild selbst erscheint verzerrt, erst am gravierten Gut - etwa ein Stempel oder ein Schild - stimmt die Sache dann wieder.

Damit können auch die Kosten für die Geräte namens "Speedy" und "Speedy Compact" und deren äußere Abmessungen in Grenzen gehalten werden, betonen die Hersteller. Die Exportquote für letztere Anlage beträgt 95 Prozent. Durch die geringe Größe konnte man speziell mit diesem Gerät in völlig neue Kundenschichten vorstoßen, betonte ein Trotec-Vertreter. Bei beiden Systemen handelt es sich um Kohlensäure-Laser, die maximale Gravurgeschwindigkeit beträgt nach Herstellerangaben zwei Meter pro Sekunde. (APA)

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