Tiroler Bankenholding endgültig geplatzt

8. August 2001, 10:28
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Südtiroler Sparkasse sucht anderen Partner

Bozen/Innsbruck - Die Südtiroler Sparkasse (SüdSpa) hat nach "250 Tagen ohne Entscheidung" ihre Bemühungen um eine gemeinsame Holding mit der Hypo Tirol eingestellt. Ander Amon, Präsident der SüdSpa, macht die Tiroler Landespolitik für das Scheitern verantwortlich und bedauert, dass das "wichtige Projekt für den Großraum Tirol" nicht zustande kommt. Als möglicher Partner der SüdSpa wird nun u.a. die Bayrische Landesbank genannt.

Die Auseinandersetzung um die Hypo Tirol blockiert seit Wochen die Landespolitik und hat die ÖVP-Tirol an den Rand der Spaltung getrieben. Landeshauptmann Wendelin Weingartner war für, sein designierter Nachfolger Ferdinand Eberle gemeinsam mit Koalitionspartner SPÖ gegen die Holding aufgetreten. Eberle ist inzwischen als ÖVP-Obmann zurückgetreten.

"Schaden in Milliardenhöhe

Hypo-Aufsichtsratsvorsitzender Arthur Thöni betont, dass durch die Weigerung der Tiroler Landesregierung, dem einhelligen Verhandlungsergebnis der Banken zuzustimmen, "dem Land nachhaltiger Schaden in Milliardenhöhe" entstehe. Die Entscheidung der Südtiroler Sparkasse, sich nicht länger hinhalten lassen zu wollen, ist für Thöni bedauerlich, aber verständlich.

Von einer "absehbaren Entwicklung" spricht auch Weingartner. Jene, die für das Scheitern verantwortlich seien, müssten der Bevölkerung nun erklären, wieso auf eine "mögliche Werterhöhung von zwei Milliarden Schilling verzichtet wurde", erklärt Weingartner. Eberle will nun "ohne Zeitdruck" für die Hypo einen "strategischen Partner" suchen, "wobei die Mehrheit weiterhin beim Land Tirol und der Sitz in Innsbruck bleiben muss". (hs, DER STANDARD, Printausgabe 8.8.2001)

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